+49 (0)211 96 66 81-0 hallo@neu-innovation.de

Wie wird er aus­se­hen, der Arbeitsmarkt der Zukunft? Werden in unse­ren Büros und Working Spaces Serviceroboter ste­hen, die für uns Schreibarbeiten erle­di­gen, Meetings vor­be­rei­ten und uns täg­lich mit den wich­tigs­ten Informationen ver­sor­gen? Werden wir Menschen ihre Tätigkeiten irgend­wann gar nur noch über­wa­chen und selbst nicht mehr aktiv arbei­ten müs­sen?

Wir sind kei­ne Science-Fiction-Autoren. Das über­las­sen wir lie­ber den Profis. Aber wir hof­fen, dass wir Ihnen mit unse­rem klei­nen Gedankenspiel eines ein wenig ver­deut­li­chen kön­nen: Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird völ­lig anders aus­se­hen als der, den wir heu­te ken­nen.

Die Hälfte aller Arbeitnehmer ist betroffen

In ihrem aktu­el­len Beschäftigungsausblick hat die OECD jüngst Zahlen ver­öf­fent­licht, die das erwar­te­te Ausmaß der Veränderung in den kom­men­den 10 bis 15 Jahren skiz­ziert: 14 Prozent aller Jobs in den OECD-Ländern könn­ten dem­nach schon in nächs­ter Zukunft der Automatisierung zum Opfer fal­len. Weitere 32 Prozent wer­den sich radi­kal ändern, so die Prognose. Insgesamt ist das fast die Hälfte aller Jobs.

Insbesondere Arbeitsplätze im ver­ar­bei­ten­den Gewerbe sind betrof­fen. Denn hier sind Menschen am leich­tes­ten zu erset­zen. Und weil es von die­sen Arbeitsplätzen in Deutschland sehr vie­le gibt, sehen die Zahlen hier­zu­lan­de noch etwas düs­te­rer aus: 18 Prozent aller Jobs sind in Gefahr — also fast jeder fünf­te.

Gleichzeitig altert die Bevölkerung in den OECD-Ländern rasch. 2015 waren 28 Prozent aller Menschen im erwerbs­tä­ti­gen Alter 65 Jahre alt oder älter. 2050 wer­den es 53 Prozent sein.

Und: 50 Prozent aller Erwerbstätigen sind laut Studie für den Wandel nicht aus­rei­chend qua­li­fi­ziert. Vielen man­gelt es schon an grund­sätz­li­chem, wie der Erfahrung im Umgang mit dem Computer.

Weiterbildung muss Teil der Unternehmenskultur werden

Wie kön­nen wir also reagie­ren? Science-Fiction-Autoren wür­den nun ver­mut­lich eini­ge Szenarien ein­fal­len. OECD-Generalsekretär Angel Gurría schlug bei der Präsentation der Studienergebnisse im Bundesarbeitsministerium eine wenig lein­wand­taug­li­che, aber effek­ti­ve Strategie vor: Die Förderung von beruf­li­cher Fortbildung durch den Staat.

Doch wie schafft man es, 50 Prozent aller Beschäftigten in kür­zes­ter Zeit so fort­zu­bil­den, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft behaup­ten kön­nen?

Wenn Sie nicht auf poli­ti­sche Entscheidungen war­ten wol­len, machen Sie Weiterbildung zu einem fes­ten Teil Ihrer Unternehmenskultur. Wie? Da haben wir ein paar Ideen.

  1. Ermöglichen Sie Mitarbeitern regel­mä­ßi­ge Fortbildungen außer­halb des Unternehmens. Auch fach­frem­de. Denn wer über den Tellerrand sehen kann, fin­det für Probleme krea­ti­ve­re Lösungen.
     
  2. Schaffen Sie ein In-House-Learning-Programm, in dem Sie dafür sor­gen, dass Mitarbeiter immer auf dem aktu­el­len Stand blei­ben. Das geht auch in klei­nen Häppchen, wie bspw. beim 3x3 der Ideenentwicklung.
     
  3. Machen Sie es den Mitarbeitern ein­fa­cher, Abendschulen und -Universitäten zu besu­chen. Zum Beispiel, indem Sie sie in Teilzeit frei­stel­len oder Studiengebühren über­neh­men.
     
  4. Fördern Sie alle Mitarbeiter. Laut OECD-Studie haben gering qua­li­fi­zier­te Arbeitnehmer einen schlech­te­ren Zugang zu Weiterbildung als Hochqualifizierte. Das betrifft gera­de die­je­ni­gen, deren Jobs von Automatisierungsprozessen am stärks­ten betrof­fen sind.
     
  5. Fördern sie sinn­vol­le Team-Building-Maßnahmen. Wer sich gut kennt, arbei­tet bes­ser zusam­men und pro­fi­tiert von gegen­sei­ti­gem Wissensaustausch.
     
  6. Schaffen Sie Möglichkeiten für Ihre Mitarbeiter, sich regel­mä­ßig in unge­zwun­ge­ner Atmosphäre aus­zu­tau­schen. Das för­dert Kommunikation, Teamgeist und Innovation. Die Schaffung eines Creative Space kann ein sehr sinn­vol­ler ers­ter Schritt sein. Moderne Arbeitswelten der nächs­te.
     
  7. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder eine Ausbildung erhal­ten, die Kreativität för­dert. Denn Ideen und krea­ti­ves Denken wer­den der Rohstoff der Zukunft sein. Auswendiglernen und „Dienst nach Vorschrift“ sind Eigenschaften, die Kollege Computer erfül­len wird (s. auch Artikel „Schule killt Kreativität“).

Bleiben Sie offen für Neues

Wenn Ihre Organisation alle die­se Dinge nicht unter­stützt, dann bleibt nur noch eines: Bleiben Sie offen für Neues, schöp­fen Sie Ihr krea­ti­ves Potenzial aus und nut­zen Sie jede Möglichkeit, sich wei­ter­zu­bil­den. Fordern Sie von Ihrem Arbeitgeber dafür ruhig die Freistellung. Nicht nur, aber vor allem dann, wenn Sie den­ken, dass Sie sowie­so zu alt sind, um noch Neues zu ler­nen.

Das große Handbuch Innovation: 555 Methoden und Instrumente für mehr Kreativität und Innovation im Unternehmen von Benno van AerssenDetails zum Buch