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Was wür­den Sie tun, wenn Sie den gan­zen Tag nichts zu tun hät­ten? Folgende Rahmenbedingungen: Sie müs­sen mor­gens und abends jeweils ein­mal kurz eine Stechuhr bedie­nen. Danach dür­fen Sie gehen, wohin Sie mögen und tun, wonach Ihnen der Sinn steht. Das Beste: Sie wer­den dafür bezahlt und sind unkünd­bar. Es gibt monat­lich 2046 Euro. Dieses Gehalt wird jähr­lich an die Lohnentwicklung im öffent­li­chen Dienst ange­passt.

Klingt zu schön, um wahr zu sein? Das dach­ten wir auch. Doch einen sol­chen Job gibt es tat­säch­lich. Oder viel­mehr: Es wird ihn geben. Und zwar in einem U-Bahnhof in der schwe­di­schen Stadt Göteborg. Der Bahnhof ist der­zeit im Bau, die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Bewerbungen wer­den ab 2025 ent­ge­gen­ge­nom­men, übri­gens auch von Ausländern.

Das Besondere: Es han­delt sich nicht um eine die­ser revo­lu­tio­nä­ren Arbeitswelt-Ideen aus Schweden, wie die 4-Tage-Woche oder den 6-Stunden-Arbeitstag. Sondern „nur“ um ein Kunstprojekt.

580.000 Euro für ein revolutionäres Kunstprojekt

Die Stelle wird es aller­dings tat­säch­lich geben. Sie wird mit öffent­li­chen Geldern in Höhe von 580.000 Euro geför­dert — in einem Fonds ange­legt wird das den Planungen zufol­ge rund 120 Jahre lang für die Gehaltszahlungen rei­chen.

Die Künstler wol­len damit dazu anre­gen, sich mit der Zukunft einer Arbeitswelt aus­ein­an­der zu set­zen, in der die meis­ten Arbeitsprozesse von Maschinen über­nom­men wer­den und in der Ideen die wich­tigs­te Währung sind.

Wer den Gedanken freien Lauf lassen kann, wird kreativ

Besondere Ideen ent­ste­hen nie­mals unter Druck. Im Gegenteil: Gerade wenn wir kei­ne Verpflichtungen haben und tun, was uns Freude berei­tet, dann kom­men uns die bes­ten Ideen.

Deshalb möch­ten wir das schwe­di­sche Kunstprojekt etwas wei­ter­den­ken. Denn gute Ideen brau­chen nicht nur Räume für Ideen, son­dern eben auch neue Aufgaben und Menschen, die die­se über­neh­men. Wie wäre es also, wenn Sie in Ihrem Unternehmen auch mal einen Inspirator ohne kon­kre­te Aufgaben ein­stel­len? Jemand, der die ande­ren Mitarbeiter mit krea­ti­ven Anregungen ver­sorgt, sie an die Hand nimmt und unge­wöhn­li­che Dinge tut – oder ein­fach fri­schen Wind in den Alltag bringt. Oder wenn Sie gar ein klei­nes Team von Mitarbeitern von allen Pflichten befrei­en? Es ist ein wenig wie die erfolg­reich prak­ti­zier­te Idee des „frei­en fünf­ten Tages“. In Unternehmen wie 3M oder Codecentric steht den Mitarbeitern ein gan­zer Arbeitstag pro Woche für eige­ne Projekte zur Verfügung, über die sie ohne Rücksprache frei ent­schei­den kön­nen.

Nur wenn wir das Arbeiten radi­kal neu den­ken, kön­nen wir auch radi­kal neue Ideen ent­wi­ckeln. Wir mögen inno­va­ti­ve Gedankenexperimente. Wenn ver­meint­li­che Hirngespinste dann Realität wer­den, freut uns das umso mehr. Und wenn in Ihrem Unternehmen dem­nächst eine Stelle als Inspirator oder CCO – also Chief Creative Officer – aus­ge­schrie­ben wird, dann las­sen Sie es uns bit­te wis­sen. Wir ken­nen da ein paar Leute, die Lust auf die­se Aufgabe hät­ten 🙂

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