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Warum ihr öfter aufs Klo gehen solltet

1. Juli 2026

Wie viel Arbeitszeit verbringt ihr täglich auf der Toilette? Zehn Minuten? 15? Vielleicht sogar mehr als 20 Minuten? Perfekt. Denn Toilettenpausen machen produktiv. Klingt wie eine steile These? Das hören wir gern.

Was wie eine Rechtfertigung für ausgedehnte Handy-Sessions auf dem Büro-WC aussieht, bietet uns in Wahrheit etwas, das wir im Arbeitsalltag sonst fast nie finden: echte Ruhe. Der eigentliche Wert der Toilettenpause hat wenig mit der Toilette zu tun. Interessant ist vielmehr der geschützte Raum, den sie bietet.

Das Gehirn im Dauerstress

Mails, Meetings, Chatnachrichten, spontane Rückfragen, Gespräche zwischen Tür und Angel: In unserem Arbeitsalltag vergeht kaum ein Moment, in dem das Gehirn nicht auf irgendeinen Reiz antworten muss – und sei es das Klappern der Tastaturen im Großraumbüro.

In die Mittagspause nehmen wir unsere Handys mit und beschäftigen uns in Gesprächen mit Arbeitsthemen. Wir springen von Aufgabe zu Aufgabe und verwechseln diese Daueraktivität häufig mit Produktivität.

Dabei braucht unser Gehirn regelmäßig das genaue Gegenteil. Nämlich Phasen, in denen es nicht reagieren oder priorisieren muss.

Gute Ideen entstehen im Leerlauf

In solchen Momenten wird das sogenannte Default Mode Network aktiv. Es ist ein Netzwerk im Gehirn, das alle Informationen verarbeitet, Gedanken sortiert und neue Verknüpfungen herstellt. Vereinfacht gesagt: Das Gehirn schaltet in den Leerlauf und räumt dabei auf. Das sollte eigentlich mindestens alle 90 Minuten einmal passieren.
Viele gute Ideen entstehen deshalb nicht dann, wenn wir besonders angestrengt nachdenken, sondern wenn wir kurz loslassen – und ja, das dürft ihr wortwörtlich nehmen: Unter der Dusche, beim Spazieren, beim Sport oder eben auf der Toilette. Dort können wir auch in einem stressigen Arbeitsalltag kurz allein sein, ohne uns dafür entschuldigen zu müssen.

Was Mikropausen im Gehirn bewirken

Mikropausen helfen dem Gehirn, mentaler Ermüdung vorzubeugen und kognitive Ressourcen wieder aufzuladen. Eine Meta-Studie von 2022 kommt zu dem Schluss: Kurze, freiwillige Pausen erhöhen das Energielevel und reduzieren auch Ermüdung signifikant. Am wirksamsten sind Pausen, in denen das Gehirn gar nicht auf Reize reagieren muss — also echte Unterbrechungen statt „nur kurz Mails checken“.

Mikropausen geben Energie und Kreativität zurück

Schon wenige Minuten regelmäßiger mentaler Entlastung helfen, die Konzentration stark zu verbessern und Energie zu tanken. Nebenbei geben sie uns unsere Fähigkeit zum kreativen Denken zurück. Der geschützte Raum der Toilettenkabine ist dafür besser geeignet als jede Kaffeepause.

Wenn Ihr Euch jetzt fragt, wie Ihr Eure Mitarbeiter öfter in die Pinkelpause schicken könnt, ganz einfach: Animiert sie dazu, mehr zu trinken.

Spaß beiseite. Das eigentliche Problem löst ihr nicht, indem ihr jemanden zum Toilettengang animiert. Sondern, indem ihr in der Arbeitsumgebung weitere geschützte Räume schafft, die echte Pausen ermöglichen: etwa Rückzugsräume für Einzelpersonen, aber auch für Teams, Einzelarbeitsplätze für konzentriertes Arbeiten oder digitale Fokustools. Und vor allem die Möglichkeit, zwischen diesen Räumen zu wechseln.

Eure Toiletten könnt ihr natürlich auch hübsch gestalten. Man kann auf dem stillen Örtchen beispielsweise auch Sprachkurse integrieren. Wir hätten da noch ein paar mehr Ideen…

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