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Wo im Flugzeug sit­zen Sie eigent­lich am liebs­ten? Fenster oder Gang? Gibt es den einen per­fek­ten Platz oder ist Ihnen im Grunde egal, wo Sie sit­zen? Wie sieht es im Bus oder im Zug aus – in Fahrtrichtung oder dage­gen? Wie war es in der Schule – vor­ne oder hin­ten? Und wo sit­zen Sie eigent­lich im Büro?

Wohin wir uns set­zen (oder gesetzt wer­den) ist nie egal. Mal hat die Entscheidung nur kurz­fris­ti­ge Auswirkungen, bei­spiels­wei­se für die Dauer eines Fluges, mal auf unbe­stimm­te Zeit. Die Wahl des rich­ti­gen Sitzplatzes ist für manch einen des­halb eine Wissenschaft.

Und manch­mal haben wir dar­auf gar kei­nen Einfluss – zum Beispiel im Großraumbüro. Wo vie­le Kollegen auf engem Raum arbei­ten, kann schließ­lich nicht jeder auf dem einen per­fek­ten Platz sit­zen. Doch ein guter Arbeitsplatz kann die Zufriedenheit im Job stei­gern.

Wie das geht, war­um es den einen per­fek­ten Platz nicht gibt und was Arbeitgeber tun kön­nen, um mög­lichst vie­le Mitarbeiter zufrie­den­zu­stel­len, erklä­ren wir in die­sem Artikel.

Das Großraumbüro als Wohlfühlort – geht das?

Richtig ein­ge­rich­tet und genutzt kann auch das Großraumbüro die Kommunikation und Kollaboration unter Kollegen för­dern. Dazu reicht es aller­dings nicht, alle Schreibtische ein­fach in einen offe­nen Raum zu stel­len – im Gegenteil. Ein offe­nes Bürokonzept erfolg­reich umzu­set­zen ist deut­lich schwie­ri­ger, als ein Zellenbüro-Konzept auf­zu­lo­ckern. Das offe­ne Büro muss weit mehr sein als ein Ort, an dem mög­lichst vie­le Mitarbeiter auf mög­lichst wenig Raum zusam­men­sit­zen.

Ist das der Fall, kann auch das oft ver­teu­fel­te Großraumbüro Mitarbeiter zufrie­de­ner – und somit pro­duk­ti­ver – machen. Das haben Wissenschaftler des bri­ti­schen University College London um die Architektin Kerstin Sailer her­aus­ge­fun­den.

Sie befrag­ten Mitarbeiter eines gro­ßen bri­ti­schen Technologiekonzerns nach ihrer Zufriedenheit am Arbeitsplatz und setz­ten die Antworten in Zusammenhang zum jewei­li­gen Sitzplatz. Die Ergebnisse der Studie lie­fern wich­ti­ge Erkenntnisse für Bürokonzepte der Zukunft.

Den perfekten Platz gibt es nicht

Die viel­leicht wich­tigs­te Erkenntnis der Forscher lau­tet: Den einen per­fek­ten Platz gibt es gar nicht. Stattdessen gibt es eini­ge Faktoren im Zusammenhang mit dem Arbeitsort, die die Zufriedenheit grund­sätz­lich stei­gern:

  • Je mehr ande­re Kollegen sie im Sichtfeld hat­ten, des­to unzu­frie­de­ner waren die Befragten. Besonders inter­es­sant in die­ser Hinsicht: Je weni­ger ande­re sie von ihrem Arbeitsplatz aus sehen konn­ten, des­to bes­ser bewer­te­ten die Studienteilnehmer den Teamzusammenhalt.
  • Achtung, Zufriedenheitskiller: Die Mitarbeiter, die mit dem Rücken zu vie­len ande­ren saßen, waren deut­lich unzu­frie­de­ner als ihre Kollegen. Blicke im Rücken oder auch das Gefühl, viel­leicht unbe­merkt beob­ach­tet zu wer­den, wir­ken sich also dem­nach auf die Produktivität aus.
  • Wenn zwi­schen zehn und 24 Kollegen im Raum arbei­te­ten, war die Stimmung am bes­ten. Darüber oder dar­un­ter sank die Zufriedenheit der Befragten rapi­de ab. Ganz unab­hän­gig übri­gens von der sons­ti­gen Einrichtung des Raumes.
  • Keine signi­fi­kan­ten Unterschiede gab es bei der Positionierung im Raum: Die Befragten an Fensterplätzen fühl­ten sich eben­so wohl wie die an einem Durchgang oder in der Mitte. Einzig die Kollegen mit Sitzplätzen an der Wand waren etwas unzu­frie­de­ner.

Wer den Platz wechseln kann, ist produktiver

Zufriedener waren außer­dem Mitarbeiter ohne fes­ten Arbeitsplatz, bzw. sol­che, die für bestimm­te Tätigkeiten ande­re Arbeitsplätze nut­zen konn­ten. Übrigens auch dann, wenn mehr als 24 Kollegen im glei­chen Raum arbei­te­ten.

Der per­fek­te Sitzplatz ist also kein fes­ter Sitzplatz, son­dern passt sich den Bedürfnissen der Arbeitnehmer jeder­zeit an. Etwa so, als könn­ten Sie im Flugzeug ihren Sitzplatz jeder­zeit ändern: Rechts am Fenster, wenn Sie auf einem Flug von Frankfurt nach San Francisco über Grönland flie­gen, links, wenn Sie über der Bay Area ein­dre­hen und die Golden Gate-Bridge ins Blickfeld kommt.

Sollten Sie zufäl­lig tat­säch­lich dort­hin rei­sen, ver­ein­ba­ren Sie doch ein paar Termine im Silicon Valley. Die dort ansäs­si­gen Tech-Giganten ermög­li­chen ihren Angestellten näm­lich schon heu­te größt­mög­li­che Flexibilität. Mit mobi­len Arbeitsplätzen, die das Arbeiten von über­all mög­lich machen, Rückzugsmöglichkeiten und Stillarbeitsbereichen, Raum für Kreativität und Raum für Begegnung.

Falls Sie aller­dings nicht in nächs­ter Zukunft ins Flugzeug stei­gen oder auf eine Audienz bei Google und Co. hof­fen kön­nen, hel­fen auch wir Ihnen ger­ne wei­ter. Vielleicht haben Sie ja schon vom Team-Office-Prinzip gehört. Darin fin­det garan­tiert jeder den rich­ti­gen Arbeitsplatz, denn im Team Office steht der Mensch im Vordergrund. Sprechen Sie uns ger­ne dar­auf an und wir erläu­tern Ihnen, was es damit auf sich hat.

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