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Das Verpacken von Botschaften in Geschichten hat eine Jahrtausende alte Tradition. Schon lan­ge vor der Erfindung des Buchdrucks und der Verbreitung der Schrift saßen Menschen zusam­men und erzähl­ten sich Geschichten – ob abends am Lagerfeuer oder bei der Arbeit. Storytelling ist kei­ne Erfindung des Marketings, auch wenn man das ger­ne glau­ben möch­te.

Wie das Geschichtenerzählen auf unser Gehirn wirkt, war­um es heu­te mehr als je von Bedeutung ist und wie Sie in Ihrem Unternehmen Storytelling ein­set­zen kön­nen, um neue Ideen vor­an­zu­trei­ben, erklä­ren wir in die­sem Artikel.

Wie Storytelling auf unser Gehirn wirkt

Die Griechische Tragödie, die Märchen der Brüder Grimm, Hollywood-Blockbuster und selbst gute Reden haben eines gemein­sam: Sie erzäh­len Geschichten, die uns erst mit­rei­ßen und dann jah­re­lang im Gedächtnis blei­ben.

Eine gute Geschichte gibt uns das Gefühl, mit­ten im Geschehen zu sein. Sie lässt uns mit dem Protagonisten füh­len und erscheint authen­tisch, selbst wenn wir sie nicht aus dem Mund unse­res ver­trau­ens­wür­digs­ten Freundes hören. Denn auf nichts kön­nen wir bes­ser ver­trau­en als auf unse­re eige­nen Gefühle. Wenn eine dar­ge­bo­te­ne Geschichte uns zudem logisch, also rea­lis­tisch erscheint, sind wir noch stär­ker gewillt, sie zu glau­ben.

Hirnforscher haben her­aus­ge­fun­den, war­um das so ist:
Geschichten spre­chen unser Unterbewusstsein an und rufen spon­ta­ne, emo­tio­na­le Reaktionen her­vor. Zudem sucht das mensch­li­che Gehirn stets nach Zusammenhängen – dem berühm­ten roten Faden. Es fügt Informationen sogar in vor­aus­ei­len­dem Gehorsam zu Geschichten zusam­men. Das sorgt dafür, dass wir mit­füh­len kön­nen. Storytelling bil­det also eine Brücke zwi­schen Bewusstsein und Unterbewusstsein.

Wie Storytelling Kreativität und Ideenmanagement in Unternehmen fördern kann

Im Arbeitsalltag wer­den wir heu­te – genau wie im Privaten – mit Informationen über­flu­tet. Dutzende, je nach Job und Aufgabengebiet sogar Hunderte von E-Mails sowie täg­li­che Meetings for­dern jeden Tag unse­re Aufmerksamkeit – viel zu vie­le. Diese Informationsflut von allen Seiten lässt uns abstump­fen und wir hören ande­ren nicht mehr auf­merk­sam zu. Unseren Kollegen geht es genau so und des­halb sto­ßen wir mit rein sach­li­chen Informationen oft auf tau­be Ohren.

Genau hier bie­tet das Storytelling eine Lösung. Denn es macht einen ent­schei­den­den Unterschied, ob Sie Ihre Ideen „mit­tei­len“ oder „ver­kau­fen“. Einfache Mitteilungen bestehen aus Fakten – also aus unemo­tio­na­len Informationen, die in der täg­li­chen Flut unter­ge­hen. Ihre Ideen fin­den dann Zuspruch und das nöti­ge Gehör, wenn Sie den Weg ins Gehirn der Kollegen fin­den. Und dafür braucht es Emotionen und eine packen­de Story (sie­he auch das Video von Veit Etzold wei­ter unten).

Storytelling am Arbeitsplatz: Eine Chance für die Innovationskultur in Unternehmen

Versuchen Sie mal, im nächs­ten Meeting statt eines Vortrags zu einer neu­en Idee eine Geschichte zu erzäh­len. Erzählen Sie, wie Ihnen die Idee gekom­men ist – zum Beispiel als Sie Ihr Kind beim Spielen beob­ach­tet haben oder Kollegen X am Kaffeeautomaten in der Kantine. Oder schil­dern Sie ein Problem, das vie­le Ihrer Kollegen betrifft und bie­ten Sie dann die (über­ra­schend) pas­sen­de Lösung an.

Sie wer­den fest­stel­len, dass bei Ihren Kollegen nicht nur mehr hän­gen bleibt. Im Idealfall set­zen sie sich mit Ihrer Geschichte – und damit also auch mit ihrer Idee – viel inten­si­ver aus­ein­an­der als sie es im Normalfall getan hät­ten. Mehr noch: Eine Geschichte bie­tet die Chance, die nor­ma­le reflex­ar­ti­ge Ablehnung neu­er Ideen zu umge­hen. Zweifler, auch aus den eige­nen Reihen, las­sen sich ein­fa­cher über­zeu­gen, wenn Sie Ihre Idee gut ver­pa­cken und Ihre Zuhörer mit­neh­men. Selbst wenn die Idee mit Konventionen bricht, also zunächst unbe­quem erscheint.

Storytelling bie­tet Raum für Veränderungen. Probieren Sie es aus!

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