Veränderung ist der Feind des Altbewährten. Sie ist unberechenbar und brandgefährlich und macht selbst vor den Größten nicht Halt. Viele Branchen haben das in den letzten zwei Jahrzehnten zu spüren bekommen. Die Verlagsbranche und der Handel kämpfen mit der Digitalisierung, Banken und Versicherungen verlieren Kunden – und selbst die Energiebranche, eine der traditionsreichsten in Deutschland, wackelt.
Es gab eine Zeit, da wurde der Energiebedarf in Deutschland von vier Konzernen gedeckt, die auf ein altbewährtes Modell setzten: Großkraftwerke – teuer im Bau, aber mit langfristiger Rendite. Es waren E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall.
Mit dem beschlossenen Atomausstieg und der drohenden Stilllegung zahlreicher Kraftwerke geriet für diese Konzerne im Jahr 2011 die Geschäftsgrundlage ins Wanken. Man hätte das vorausahnen können. Das gab auch Frank Mastiaux, Vorstandsvorsitzender von EnBW gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Brand Eins zu. Schließlich war der Trend hin zu erneuerbarer Energie lange zu erkennen. Doch viele verschlossen einfach die Augen. Und so sah sich EnBW – ein Unternehmen mit 20.000 Mitarbeitern – plötzlich gezwungen, sich radikal zu verändern.
Eine solche oder ähnliche Geschichte ließe sich für viele große Unternehmen erzählen. Die gute Nachricht vorweg: Es geht. Selbst die Größten können die Wende schaffen.
EnBW schuf einen Innovationscampus. Dort wird in Start-Up-Atmosphäre an einem Energieriesen der Zukunft getüftelt – durch Mitarbeiter, die von ihren bisherigen Aufgaben entbunden wurden und nur noch eine Aufgabe haben: Revolutionär zu denken. Der Innovation Space ist der wichtigste Baustein für Veränderung beim Energieriesen – und dank ihm wird die Veränderung bei EnBW nicht mehr als Feind betrachtet, sondern als Chance.
Was EnBW & Co. derzeit innerlich bewegt, treibt auch die kleineren Akteure im Energiemarkt. Die über 1.000 Stadtwerke in Deutschland stellen sich gerade ähnliche Fragen: Wie entwickelt sich der Markt? Wo stehen wir in 5, 10, 15 Jahren? Wie müssen wir uns verändern, um flexibel und im Sinne unserer Region/Stadt auf neue Gegebenheiten reagieren zu können?
Wir haben letztes Jahr mit den Stadtwerken Solingen eine Veranstaltungsserie zu agilen Arbeitsmethoden durchgeführt. Dabei ging es darum, herauszufinden, in wie weit sich agiles Arbeiten für die Stadtwerke eignet und Erfahrungen zu sammeln. Neben einem agilen Workshopraum für Querdenker entstand u.a. ein Praxisprojekt im Bereich Azubimarketing (mehr dazu lesen Sie hier).

Das Ergebnis: Alleine durch den Wechsel der Perspektive und „Machen statt Reden“ konnten sämtliche Ausbildungsplätze der Stadtwerke bereits im Dezember – statt erst im Juli (das Ausbildungsjahr beginnt im August) – besetzt werden. Und zwar mit hochmotivierten Azubis. Das Projekt zeigt sehr pragmatisch: Flexibles Arbeiten in agiler Umgebung hilft nicht nur bei den großen Innovationsthemen, sondern auch bei den täglichen Herausforderungen im Alltag. Und man muss kein Branchenriese sein, um neue Wege zu gehen 🙂
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