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Taugt eine mili­tä­ri­sche Einsatzeinheit als Vorbild für Unternehmen? Ja, sagt Stanley McChrystal. Als Kommandeur von Einsatztruppen im Irak und in Afghanistan hat der ehe­ma­li­ge General die Befehlskette des US-ame­ri­ka­ni­schen Militärs revo­lu­tio­niert. Darüber hat der 64-Jährige ein Buch geschrie­ben: „Team of Teams“. Sein Rat: Schafft die Hierarchien ab und för­dert statt­des­sen die Arbeit in Teams.

Ausgerechnet das Militär, möch­ten Sie jetzt viel­leicht ger­ne rufen. Ein rie­si­ger Apparat mit zahl­lo­sen, über Jahrhunderte gewach­se­nen Hierarchie-Ebenen. Wie soll eine sol­che Organisation sich neu erfin­den kön­nen? Sie kann – denn Innovation ist nicht ein­zig klei­nen Startups vor­be­hal­ten.

Teamführung ohne Hierarchien: Agiles Arbeiten beim Militär

Im Kampf gegen Al-Qaida bemerk­te McChrystal schnell, dass die Hierarchien des Militärs der effek­ti­ven Arbeit im Weg stan­den. Die Terrororganisation hat­te die­se Strukturen nicht. „Deswegen waren sie fle­xi­bel, anpas­sungs­fä­hig und konn­ten schnell han­deln. Es war fast unmög­lich, sie zu schla­gen“, erklärt der ehe­ma­li­ge General im Interview mit dem Magazin Brand Eins.

Sein Schluss: Er schaff­te die Hierarchien unter sei­nem Kommando ab. Von nun an durf­te jeder mit jedem kom­mu­ni­zie­ren und Informationen wei­ter­ge­ben, die sonst nur weni­ge bekom­men hät­ten – und die womög­lich zu spät bei der rich­ti­gen Person ange­kom­men wären. Befehle kamen nicht mehr nur von ganz oben, weil plötz­lich Menschen Entscheidungen tref­fen durf­ten, die näher am Ort des Geschehens waren.

So profitieren Unternehmen von der Abschaffung von Hierarchien

Für einen Befehlshaber oder Unternehmensführer mag die­ses Szenario beängs­ti­gend klin­gen. Doch McChrystal glaubt, dass sowohl das Militär als auch Unternehmen von radi­kal offe­ner Teamarbeit pro­fi­tie­ren. Aus dem zivi­len Leben ken­nen wir die­se Prinzipien unter dem Titel „Agiles Arbeiten“ – was erfolg­reich vor allem in Softwareunternehmen prak­ti­ziert wird. Aber auch Unternehmen wie Bosch füh­ren inzwi­schen kon­se­quent agi­le Arbeitsmethoden kon­zern­weit ein.

Seine ver­än­der­te Rolle als Kommandeur beschreibt McChrystal als die eines Moderators, der sei­ne Mitarbeiter unter­ein­an­der ins Gespräch und gleich­zei­tig in die Verantwortung bringt. Genau das rät er auch tra­di­ti­ons­rei­chen, gro­ßen Unternehmen, die sich mit Innovation schwer­tun: „Was man braucht, ist ein ande­res Verhalten an der Spitze. Um ein Team von Teams anzu­füh­ren, muss sich der Chef wan­deln.“

Taugt das Militär also als Vorbild für die Unternehmensführung? Unbedingt! Denn wenn der Wandel dort gelingt, dann soll­ten Innovation und agi­le Methoden an ande­rer Stelle doch eigent­lich ein Klacks sein, oder?

Übrigens: Teamwork und agi­le Arbeitsmethoden benö­ti­gen auch ein pas­sen­des räum­li­ches Umfeld. Beispielsweise Teamecken, Fokusräume und Workshopbereiche. Beispiele vom TÜV Rheinland oder der AOK fin­den Sie hier. Gerne schi­cken wir Ihnen auch unse­re Info-Broschüre mit wei­te­ren Hintergründen zu.

Das gan­ze Interview mit Stanley McChrystal kön­nen Sie hier lesen: „Jeder redet mit jedem“.

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