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Mit Appreciative Inquiry zu positiver Veränderung im Unternehmen

2. August 2024

Haben Sie sich heute schon aufgeregt? Grund zu nörgeln gibt es im Arbeitsalltag ja mehr als genug: ob fehlende Kommunikation, Dinge, die andere immer falsch machen oder solche, die sie gar nicht erst anfangen.

Kritikpunkte wie diese werden normalerweise problemorientiert thematisiert, und damit, wenn überhaupt nur ansatzweise gelöst. Das Problem: Der Fokus aufs Negative ist demotivierend, und wer nur darauf bedacht ist, ungewünschtes Verhalten zu vermeiden, weiß noch lange nicht, wie erwünschtes aussieht.

Besser wäre es, mal mit dem Genörgel aufzuhören und sich auf das zu konzentrieren, was gut läuft – mit Appreciative Inquiry (AI). Eine solche positive Herangehensweise an Probleme ändert die Einstellung aller Beteiligten radikal und fördert eine gute Kommunikationskultur und gegenseitige Wertschätzung.

Wir erklären Ihnen, wie die Methode funktioniert und wie sie dabei hilft, den Blick weg von Fehlern zu lenken und stattdessen positive Erfahrungen auf- und auszubauen.

Konsequent positiv: So funktioniert Appreciative Inquiry

Anstatt Negatives zu thematisieren, legt Appreciative Inquiry den Fokus konsequent auf das, was gut läuft. Die Grundgedanken: Positives Potenzial ist in jeder noch so großen Gruppe in großer Menge vorhanden. Und Entwicklung verläuft immer in die Richtung, in die die Gruppe ihre Aufmerksamkeit richtet.

Logische Konsequenz: Entmutigt die Gruppe sich selbst durch den Fokus aufs Negative, entwickelt sie sich nicht zum Positiven. Ermutigt sie sich, indem sie aus positiven Erlebnissen Kraft schöpft, verläuft die Entwicklung positiv.

Appreciative Inquiry, übersetzt „wertschätzende Erhebung oder Befragung“, geht zurück auf die damaligen Doktoranden Suresh Srivastva und David Cooperrider, heute Professor für soziales Unternehmertum, die sich bereits in den 1980er-Jahren mit Organisationsverhalten beschäftigten. Sie entwickelten die Methode als Möglichkeit in beliebigen Gruppengrößen das Wir-Gefühl zu stärken und positive Veränderungen auf Basis von Erfolgserlebnissen aus der Vergangenheit anzustoßen.

Die Methode durchläuft grundsätzlich fünf Phasen, die innerhalb weniger Treffen, zum Beispiel an zwei oder drei Nachmittagen bearbeitet werden können: Define, Discover, Dream, Design & Destiny.

Wird ein Problem offensichtlich, sagen wir mal, die Kommunikation zwischen zwei Projektteams läuft nicht wie gewünscht miteinander, sondern permanent aneinander vorbei, bilden Mitglieder dieser beiden Teams (idealerweise alle) die Workshop-Gruppe. Angeleitet wird sie nach Möglichkeit von einem bereits gut mit der Methode vertrauten Moderator.

Phase 1, die Definition des Themas, ist zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen. Es wird als positives Ziel formuliert, etwa: „Wir entwickeln eine Projektkommunikation, in der alle Ideen wertgeschätzt werden und in der wir uns gegenseitig zuhören.“

In der Praxis: So verläuft ein AI-Prozess

Schritt 2, Discovery: In diesem Schritt überlegt die Gruppe anhand des definierten Ziels, was bereits gut läuft. Das können z. B. gemeinsame Erfolge aus der Vergangenheit oder positive Erlebnisse aus dem Arbeitsalltag sein, oder aber persönliche Stärken oder Potenziale der einzelnen Teilnehmer – zusammengefügt zu einem positiven Kern.

Schritt 3, Dream: Nun entwirft die Gruppe Visionen, die diesen positiven Kern ausweiten. Leitfrage kann zum Beispiel sein: „Worauf wollen wir in Zukunft stolz sein, wenn wir zurückblicken?“ Gemeinsam erarbeitete Zukunftsvisionen stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Schritt 4, Design: Jetzt geht es darum, den Ist-Zustand mit dem Dream-Zustand zu verknüpfen, die Leitfrage: Wie kommen wir da hin? Die Antworten sollten dabei möglichst konkret ausfallen, herausfordernd sein, aber auch realistisch bleiben. Wichtig: Dinge, die vermieden werden sollen, werden hier nicht formuliert.

Schritt 5, Destiny: Es folgt ein Entwurf für die konkrete Umsetzung: Wer übernimmt welche Aufgaben? Wie bleiben die ausgearbeiteten, positiven Visionen für alle greifbar? Wie werden Teammitglieder informiert, die nicht am Workshop teilgenommen haben? Wie überprüfen und feiern wir unsere Erfolge?

Die Vorteile von Appreciative Inquiry

Im Gegensatz zu herkömmlichen, problemorientierten Gestaltungsprozessen schafft Appreciative Inquiry gemeinsame Visionen und steigert dabei die Motivation und das Gefühl der Wertschätzung. Es fördert das positive Denken, schöpft ungeahnte Potenziale aus und stärkt die Verantwortung der Belegschaft.

Nicht zuletzt sorgen AI-Prozesse für zufriedene Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, an dessen Gestaltung sie mitwirken dürfen, und sind damit ein echter Trumpf im Kampf um Talente.

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