TELEFON +49(0)211 966681-0

Krise? Mehr Zuversicht, bitte!

15. Mai 2025

Zuversicht, die: Festes Vertrauen auf etwas zu erwartendes Gutes. Gefährdungsstatus: Stark gefährdet durch stets neue Krisen, verursacht durch Weltpolitik, Klimawandel, oder den rasanten technischen Fortschritt durch KI.

Dass uns die Zuversicht in Krisenzeiten abhandenkommt, ist leicht zu erklären: Krisen sind wenig greifbar, wirken kaum beeinflussbar und lassen uns deshalb schnell ohnmächtig zurück. Doch wer Zuversicht bewahrt, kommt besser durch die Krise.

Zuversicht ist psychologisches Kapital. Und das nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch auf unternehmerischer. Sie schafft Orientierung und hält Teams handlungsfähig.

Wir zeigen euch, wie ihr Zuversicht als strategischen Hard-Faktor nutzen könnt, um Stabilität zu wahren und Vertrauen zu fördern und besser aus einer Krise zu kommen, als ihr reingegangen seid.

Krisen ohne Einflussmöglichkeit führen zu Ohnmacht

Angesichts von Krisen ergreifen Führungskräfte häufig aktionistische Maßnahmen und setzen Transformationsprozesse außer Kraft. Das schmälert Vertrauen und Sicherheitsgefühl der Mitarbeitenden. Ihr Einfluss schwindet, wenn sie ihre gerade erst mühsam erkämpfte Eigenverantwortung abgeben müssen.

Was für die Führungskräfte ein Plus an Kontrolle und damit ein Gefühl von Beherrschbarkeit der Situation mit sich bringt, bedeutet für den Rest der Belegschaft aber das Gegenteil.

Denn Zuversicht ist umso größer, je mehr Handlungsspielraum man hat. Wer ohnehin schon wenig entscheiden kann und durch autoritäre Führung noch weiter in der Mitbestimmung eingeschränkt wird, gleitet in die Ohnmacht ab. Das ist nicht weiter schlimm, wenn eine Krise schnell gelöst ist. Doch wenn die Krise zum Dauerzustand wird wie in der aktuellen Weltlage, führt es in die Unternehmenskrise.

Wir erinnern uns: Krisen wirken umso dramatischer, je weniger greifbar oder beeinflussbar sie wahrgenommen werden. Aus der Ohnmacht heraus Zuversicht zu entwickeln, ist auf psychologischer Ebene kaum möglich.

Wie Zuversicht psychologische Sicherheit gibt

Zuversicht und Handlungsspielraum fördern psychologische Sicherheit, weil sie ein stabiles inneres Vertrauen schaffen, die Selbstwirksamkeitserwartung. Das Konzept geht auf den kanadischen Psychologen Albert Bandura zurück und bezeichnet den Glauben einer Person, aus eigener Kraft auch schwierige Aufgaben lösen zu können. Dazu zählen auch Krisen. Die Selbstwirksamkeitserwartung ist umso höher, je mehr Entscheidungsfreiheit eine Person hat.

Transformation stärkt die Zuversicht

Wer Zuversicht verbreiten möchte, sollte Transformationsprozesse im Angesicht der Stapelkrisen also nicht streichen, sondern eher ausbauen. Denn wer die eigene Arbeit mitgestalten kann, ist motivierter und produktiver, kreativer und selbstbewusster – und eben zuversichtlicher, dass sich alles zum Guten wenden kann.

Auch wenn Krisenmanagement grundsätzlich andere Kompetenzen erfordert als Transformationsmanagement, dürfen beide nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es braucht eine Kombination, und vor allem braucht es Führungskräfte, die beides miteinander vereinen.

Ihr wollt euch weiter mit dem Thema Zuversicht in Krisenzeiten auseinandersetzen? Dann empfehlen wir euch diese Studie des Think Tanks Next Work Innovation: In ungewissen Zeiten: Zuversicht und die Rolle von Führung im Unternehmenskontext.

Newsletter abonnieren

Unser kostenfreier Newsletter mit Tipps, Events und Artikeln rund um New Work, Ideenkultur und Innovation erscheint 1x pro Monat. Sie können Ihn jederzeit wieder mit einem Klick abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Pause Kreativität Innovation Ideen Ideenkultur moderne Arbeitswelt New Work Unternehmenskultur Change Transformation Büro Workplace-Design Toilette

Warum ihr öfter aufs Klo gehen solltet

1. Juli 2026

Wie viel Arbeitszeit verbringt ihr täglich auf der Toilette? Zehn Minuten? 15? Vielleicht sogar mehr als 20 Minuten? Perfekt. Denn Toilettenpausen machen produktiv. Klingt wie eine steile These? Das hören wir gern. Was wie eine Rechtfertigung für ausgedehnte Handy-Sessions auf dem Büro-WC... mehr lesen

Kreativität Meeting Ideen New Work moderne Arbeitswelt Workshop Innovation HR Personal Arbeitsmethode Change Agile Ideenkultur laufen Unternehmenskultur

Laufend im Meeting? Ja bitte!

1. September 2026

Sitzt ihr auch viel zu oft in Meetings und habt keine Ahnung, wie ihr diese Zeit reduzieren könntet? Dann steht doch einfach auf und geht! Nicht weg, sondern gemeinsam mit euren Kolleginnen und Kollegen vor die Tür. In Meetings sitzen ist oft weniger produktiv als wir es gerne hätten. Bewegung... mehr lesen

Desksharing Schreibtischkonzept Workplace-Design New-Work moderne Arbeitswelt Büro Transformation Team-Office-Prinzip Change Ideenkultur Partizipation Beteiligung Innenarchitektur Arbeitsmodell Home-Office Telearbeit

Mehr als Deko: Bilder eurer Liebsten gehören (auch) ins Büro

1. Mai 2026

Aus dem Bilderrahmen neben eurem Monitor ziehen eure Kinder lustige Grimassen, auf dem Desktop schaut ihr nach dem Start des Laptops auf ein Foto aus dem letzten Sommerurlaub. Die Familie strahlt mit der Sonne um die Wette. Was auf den ersten Blick wie ein (zu) intimer Einblick ins Privatleben... mehr lesen

Fehlzeiten Blaumachen Krankmeldungen Krankenstände Personal HR betriebliches Gesundheitsmanagement BGM BEM New Work moderne Arbeitswelt Führung Kultur Teamwork

„Heute bin ich mal krank“ – Echt jetzt?

1. Februar 2026

Morgens krankgemeldet, mittags ins Fitnessstudio? Kann man machen, schließlich darf man auch mit ärztlicher Krankschreibung jederzeit Bett und Haus verlassen. Und doch drängt sich ein Verdacht auf: Macht der Kollege, der heute morgen angeblich noch Halsschmerzen hatte, etwa blau? Gut möglich!... mehr lesen