Das Thema Agilität ist derzeit in aller Munde und dominiert die Diskussion rund um das Arbeiten der Zukunft. Laut einer Studie sind die agilsten Unternehmen einer Branche im Durchschnitt 2,7 mal erfolgreicher als Unternehmen mit starren Strukturen. Kein Wunder, denn agiles Arbeiten bedeutet, in Zeiten des Wandels schnell, flexibel und anpassungsfähig zu reagieren und die Prozesse aus Kundensicht zu betrachten. Das führt zu zufriedeneren Kunden und weniger Flopps. Doch wie managt man agil, ohne an Effizienz zu verlieren? Welcher Grad an Agilität ist für ein Unternehmen geeignet? Und bedeutet agiles Arbeiten lediglich den Einsatz von Post-It’s und Scrum?
Grundsätzlich gilt: Unternehmen müssen Ihre Arbeitsweise verändern! Die vier folgenden Punkte verraten, worauf es bei agilem Arbeiten ankommt:
Für die Anwendung des agilen Arbeitens müssen neue Karriere-Regeln definiert werden. Klassische hierarchische Strukturen sind in vielen Fällen ineffektiv und demotivierend für die Mitarbeiter. Die deutsche Bahn versucht genau dagegen anzugehen, indem derzeit das Abschaffen der klassischen Hierarchien ausprobiert wird. Trauen Mitarbeiter einem Kollegen eine Führungsrolle zu, so wird dieser seitens des Teams als Vorgesetzter ausgewählt. Bei schlechten Leistungen wird dieser wieder abgewählt. Dies fördert zum einen die Akzeptanz der Führungskraft – und motiviert zum anderen sowohl die Mitarbeiter als auch die Führungskraft, gute Leistungen zu erbringen.
Unternehmen wie die Hilti AG orientieren sich bei der Produktentwicklung an Kundenbedürfnissen. So erhalten Kunden Produkte, die optimal an ihren Bedürfnissen ausgerichtet sind und die produzierenden Unternehmen reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Flops auf dem Markt. Andere Unternehmen optimieren ihre Produkte durch Kooperationen mit anderen Unternehmen. Villeroy und Boch kooperieren beispielsweise mit Unternehmen anderer Branchen wie Swarovski oder Loewe, um neue Produkte zu entwickeln.
Agiles Arbeiten steht für mehr als Post It’s und Methoden wie Scrum, Kanban und Co: Im Mittelpunkt steht die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens an Trends wie Digitalisierung, Globalisierung und den demografischen Wandel. Der Grad der Agilität zeigt sich dabei insbesondere an der Unternehmensstrategie, der Organisationsstruktur, der IT-Infrastruktur, der Führung und Fehlerkultur und den Arbeitstechniken. Dabei können agile Methoden wie Scrum und Kanban bei der Durchführung unterstützen, können aber auch unbeachtet bleiben. Agile Werte decken sich in vielen Bereichen mit denen einer Innovations- oder Ideenkultur.
Von dem Gedanken, dass Agilität ein Allheilmittel ist, sollten Sie sich verabschieden. Es gilt: Je komplexer der Prozess, desto sinnvoller ist der Einsatz agiler Arbeitsmethoden. In einer Bäckerei oder in einer Linien-Produktion bietet sich agiles Arbeiten weniger an, als in der Software-Entwicklung. Somit sollte die Unternehmensführung genau abwägen, an welcher Stelle feste Strukturen notwendig sind und wo der Einsatz agiler Methoden fördernd ist.
Unser Vortrag „Agil & Co. – Moderne Arbeitswelten“ gibt Ihnen in einen Überblick zu agilen Arbeitsmethoden. Im Anschluss lässt sich in einer offenen Diskussion über das Für und Wider in der eigenen Organisation diskutieren. Nähere Informationen finden Sie hier.
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