TELEFON +49(0)211 966681-0

Agiles Arbeiten – Mehr als nur Post-It’s!

3. August 2017

Das Thema Agilität ist derzeit in aller Munde und dominiert die Diskussion rund um das Arbeiten der Zukunft. Laut einer Studie sind die agilsten Unternehmen einer Branche im Durchschnitt 2,7 mal erfolgreicher als Unternehmen mit starren Strukturen. Kein Wunder, denn agiles Arbeiten bedeutet, in Zeiten des Wandels schnell, flexibel und anpassungsfähig zu reagieren und die Prozesse aus Kundensicht zu betrachten. Das führt zu zufriedeneren Kunden und weniger Flopps. Doch wie managt man agil, ohne an Effizienz zu verlieren? Welcher Grad an Agilität ist für ein Unternehmen geeignet? Und bedeutet agiles Arbeiten lediglich den Einsatz von Post-It’s und Scrum?

Grundsätzlich gilt: Unternehmen müssen Ihre Arbeitsweise verändern! Die vier folgenden Punkte verraten, worauf es bei agilem Arbeiten ankommt:

  1. Hierarchien abschaffen und Wahl des Chefs per Abstimmung

Für die Anwendung des agilen Arbeitens müssen neue Karriere-Regeln definiert werden. Klassische hierarchische Strukturen sind in vielen Fällen ineffektiv und demotivierend für die Mitarbeiter. Die deutsche Bahn versucht genau dagegen anzugehen, indem derzeit das Abschaffen der klassischen Hierarchien ausprobiert wird. Trauen Mitarbeiter einem Kollegen eine Führungsrolle zu, so wird dieser seitens des Teams als Vorgesetzter ausgewählt. Bei schlechten Leistungen wird dieser wieder abgewählt. Dies fördert zum einen die Akzeptanz der Führungskraft – und motiviert zum anderen sowohl die Mitarbeiter als auch die Führungskraft, gute Leistungen zu erbringen.

  1. Reduktion von Produktflops durch gemeinsame Produktentwicklung mit Kunden und/oder anderen Unternehmen

Unternehmen wie die Hilti AG orientieren sich bei der Produktentwicklung an Kundenbedürfnissen. So erhalten Kunden Produkte, die optimal an ihren Bedürfnissen ausgerichtet sind und die produzierenden Unternehmen reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Flops auf dem Markt. Andere Unternehmen optimieren ihre Produkte durch Kooperationen mit anderen Unternehmen. Villeroy und Boch kooperieren beispielsweise mit Unternehmen anderer Branchen wie Swarovski oder Loewe, um neue Produkte zu entwickeln.

  1. Agil ≠ Scrum, Kanban und Post It’s → Agil = Philosophie

Agiles Arbeiten steht für mehr als Post It’s und Methoden wie Scrum, Kanban und Co: Im Mittelpunkt steht die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens an Trends wie Digitalisierung, Globalisierung und den demografischen Wandel. Der Grad der Agilität zeigt sich dabei insbesondere an der Unternehmensstrategie, der Organisationsstruktur, der IT-Infrastruktur, der Führung und Fehlerkultur und den Arbeitstechniken. Dabei können agile Methoden wie Scrum und Kanban bei der Durchführung unterstützen, können aber auch unbeachtet bleiben. Agile Werte decken sich in vielen Bereichen mit denen einer Innovations- oder Ideenkultur.

  1. Agil ist kein Allheilmittel!

Von dem Gedanken, dass Agilität ein Allheilmittel ist, sollten Sie sich verabschieden. Es gilt: Je komplexer der Prozess, desto sinnvoller ist der Einsatz agiler Arbeitsmethoden. In einer Bäckerei oder in einer Linien-Produktion bietet sich agiles Arbeiten weniger an, als in der Software-Entwicklung. Somit sollte die Unternehmensführung genau abwägen, an welcher Stelle feste Strukturen notwendig sind und wo der Einsatz agiler Methoden fördernd ist.

Schnupperangebot „Agiles Arbeiten“

Unser Vortrag  „Agil & Co. – Moderne Arbeitswelten“ gibt Ihnen in einen Überblick zu agilen Arbeitsmethoden. Im Anschluss lässt sich in einer offenen Diskussion über das Für und Wider in der eigenen Organisation diskutieren. Nähere Informationen finden Sie hier.

Newsletter abonnieren

Unser kostenfreier Newsletter mit Tipps, Events und Artikeln rund um New Work, Ideenkultur und Innovation erscheint 1x pro Monat. Sie können Ihn jederzeit wieder mit einem Klick abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Gen Z Dialog Smartphone HR Personal junge Generation Ausbildung Workplace Design Innovation Ideenkultur New Work Training Führung Recruiting

Diese Angst hält Gen Z zurück: Warum Gespräche schwieriger werden

15. Januar 2026

Wortgewandt im Chat, zurückhaltend im Meeting – und telefonisch nicht erreichbar: Die Generation Z kommuniziert anders als ältere Generationen. Sie ist digital versiert, vermeidet aber Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Das führt nicht nur häufig zu Missverständnissen. Es verstärkt auch... mehr lesen

Pause Kreativität Innovation Ideen Ideenkultur moderne Arbeitswelt New Work Unternehmenskultur Change Transformation Büro Workplace-Design Toilette

Warum ihr öfter aufs Klo gehen solltet

1. Juli 2026

Wie viel Arbeitszeit verbringt ihr täglich auf der Toilette? Zehn Minuten? 15? Vielleicht sogar mehr als 20 Minuten? Perfekt. Denn Toilettenpausen machen produktiv. Klingt wie eine steile These? Das hören wir gern. Was wie eine Rechtfertigung für ausgedehnte Handy-Sessions auf dem Büro-WC... mehr lesen

Rituale, New Work, Arbeitswelt, Workplace Design, Kreativität, Büro, Produktivität, Change, Ideenkultur, Innovation, Wohlfühlen, Creative Space, Transformation, Digitalisierung

Warum Rituale auch im Arbeitsalltag bedeutsam sind

15. Juni 2026

Keine Partie der All Blacks beginnt ohne den Haka. Der traditionelle Tanz der Māori gehört seit Jahrzehnten dazu, wenn die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft ein Länderspiel bestreitet. In den 1990er-Jahren liefen die Basketballer der Chicago Bulls vor jedem Heimspiel zum selben Lied auf.... mehr lesen

Hochstapler-Syndrom Impostor New Work Workplace Moderne Arbeitswelt Führung HR Personal Ideenkultur Innovation Transformation Change Kreativraum

Das Hochstaplersyndrom: Wenn Talente sich unterschätzen

1. April 2026

Der Erfolg fühlt sich nicht nach Erfolg an, sondern wie ein Zufall? Gleich fällt sicher allen auf, dass ihr für euren Job nicht geeignet seid und eure Leistungen maximal mittelmäßig sind? Dass ihr euch die Beförderung nicht verdient habt oder so gut wie keinen einen Anteil am Erfolg eures... mehr lesen