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Gut verpackt kommt’s besser an

4. Dezember 2021

Als Pele aus ihrer Heimat in der Südsee verstoßen wurde, ruderte die Göttin des Feuers in einem Kanu durch den Pazifik, bis sie im Krater eines Vulkans, genannt Kilauea, etwa 5000 Kilometer vor der mexikanischen Küste eine neue Heimat fand.

Wütend ließ sie von dort aus Lava in alle Himmelsrichtungen fließen. Was sich zerstörerisch anhört, war in Wahrheit ein enormer schöpferischer Akt: Der Sage nach entstanden auf diese Weise nämlich die hawaiianischen Inseln. Und noch heute können die Hawaiianer die enorme Kraft ihrer Feuergöttin am eigenen Leib spüren. Denn Hawaiis Vulkane sind weiterhin aktiv, und überall dort, wo Pele durch Ausbrüche neues Land entstehen lässt, zerstört sie altes.

Vielleicht ahnen Sie nun, warum wir Ihnen die Geschichte von Pele erzählen. Sie ist ein Sinnbild für innovatives Handeln: Nur, wer Altes hinter sich lässt, kann Neues erfinden. Das gilt für unseren Alltag genau wie für unsere Arbeit. Und ganz besonders gilt es für den Kreativprozess.

Wie Storytelling uns hilft, Neuerungen zu akzeptieren

Kommen wir aus dem Land der Sagen zurück in die Realität und stellen uns vor, dass Sie gerade in einer Mitarbeiterversammlung sitzen. Nun erzählen nicht wir diese Geschichte, sondern Ihre Unternehmensführung, die versucht, Sie für eine neue Arbeitsweise zu begeistern. Was denken Sie: Wann sind Sie offener für das Thema? Nach einer solchen Geschichte oder nach einer Excel-Tabelle, die den Erfolg von Innovationsprojekten belegen?

Ihre Antwort ist vielleicht: „beides zusammen“ oder „hängt vom Rest der Botschaft ab“. Fakt ist: Mit Geschichte ist die Chance, dass wir uns Neuem öffnen deutlich größer. Denn Veränderungen lehnen wir naturgemäß intuitiv ab. So ist es vom Chef möglicherweise ein kluger Schachzug, die Geschichte von Pele einzustreuen. Man hätte Sie auch ohne große Erklärungen vor vollendete Tatsachen setzen können. Aber dann wären Sie vermutlich auf die Barrikaden gegangen, ohne sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Das Storytelling hat gegenüber nüchtern vorgebrachten Fakten einige Vorzüge: Es macht das Gesagte greifbarer und lässt es viel länger in Erinnerung bleiben. Und es erreicht Zuhörer auf emotionaler Ebene. Denn eine Geschichte baut eine Beziehung zwischen Erzähler und Zuhörer auf. Statt dichtzumachen, werden die Zuhörer angeregt, auf das Erzählte zu reagieren. Die Gefahr der Ablehnung ist um ein Vielfaches geringer.

Innovative Ideen greifbar machen und überzeugen: Wo Storytelling zum Einsatz kommen kann

Storytelling eignet sich aber nicht nur, wenn (vermeintlich) unangenehme Themen angesprochen werden müssen. Sondern immer dann, wenn es darum geht, andere zu überzeugen oder für etwas zu begeistern. Also vor allem dann, wenn es darum geht, innovative Ideen greifbar zu machen. Im ganz Kleinen genauso wie im großen Unternehmenskontext.

Eine Geschichte kann also zum Beispiel einen Pitch untermalen, eine Präsentation aufpeppen, ein Verkaufsgespräch auflockern oder auch komplexe Zusammenhänge verständlich machen. Auch bei schwierigen technischen Problemen eignet sich das Storytelling.

Doch nicht alle Arten von Geschichten sind in allen Situationen gleich gut einsetzbar.

Mit diesen Geschichten überzeugen Sie andere

Märchen, Mythen und Sagen gibt es in jedem Kulturkreis. Meist handelt es sich um ehemals mündlich weitergegebene Geschichten. Mit Erzählungen aus unserem eigenen Kulturkreis sind wir schon seit der frühen Kindheit vertraut. Sie brauchen wenig Erklärung. Erzählungen aus fremden Kulturen hingegen wecken unsere Neugier und sind besonders gut geeignet, um Neues einzuführen.

Popkultur: Auch in Filmen, Serien oder Romanen finden sich zahlreiche Geschichten, die zum Einsatz kommen können. Besondere Aufmerksamkeit Ihres Publikums bekommen Sie, wenn Sie einen beliebten Protagonisten (fundiert) kritisieren, um Ihr eigentliches Anliegen zu untermalen.

Geschichten aus dem Alltag: Wenn Sie Ihren Eltern schon mal erklären mussten, wie ihr Computer funktioniert, haben Sie vielleicht eine Analogie aus dem Alltag verwendet. Technische Neuerungen sind nämlich leichter zu verstehen, wenn auf Bekanntes zurückgegriffen werden kann.

Persönliche Anekdoten sind gut geeignet, wenn sie leicht nachvollziehbar sind, d.h., wenn viele Ihrer Zuhörer sich in der Anekdote wiederfinden. Dann wirken diese Geschichten verbindend und stiften ein Gefühl des Zusammenhalts. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn es um weniger angenehme Themen geht.

Zu viele Geschichten gibt es nicht

Prinzipiell können Sie Ihre Ideen gar nicht oft genug in Geschichten einpacken. Sie sollten dabei jedoch auf drei Dinge achten:

  1. Eine einleitende Geschichte muss kurz und prägnant vorgetragen werden, danach sollten Sie schnell zur Sache kommen.
  2. Erzählen Sie nicht immer wieder die gleiche Geschichte. Damit erreichen Sie irgendwann das Gegenteil, die Zuhörer schalten ab, weil sie die Geschichte schon kennen, und hören gar nicht mehr zu.
  3. Wenn Sie fertig sind mit Ihrem Pitch, Ihrer Rede oder Ihrer Präsentation, bietet es sich an, noch einmal kurz zur Ausgangsgeschichte zurück zu kommen und einen Bogen zu spannen.

Wenn Sie schon mal in Hawaii waren, wissen Sie, was für eine großartige schöpferische Arbeit die Feuergöttin Pele geleistet hat. Und wenn Sie noch nicht dort waren, können wir es Ihnen nur ans Herz legen. Nicht nur wegen der wunderschönen Natur, sondern auch wegen des endlosen Geschichtenreichtums der hawaiianischen Kultur.

Aber natürlich müssen Sie nicht gleich ins Flugzeug steigen. Sie können auch einfach mal den Bus oder die Straßenbahn nehmen und uns in unserem New Work Lab „Zur Goldenen Idee“ besuchen kommen. Auch diese Reise wird Ihre Kreativität ganz sicher ankurbeln und Ihr Geschichtenrepertoire wieder auffüllen.

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