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Wie man die Macht der Gewohnheit durchbricht

30. November 2018

Wie steht es um Ihre Neujahrsvorsätze? Nehmen Sie sich auch immer vor, endlich eine schlechte Gewohnheit loszuwerden? Oder gehören Sie gar zu den Menschen, die es schon aufgegeben haben, gute Vorsätze zu machen, weil die sich ohnehin nicht umsetzen lassen?

Falls ja: Sie sind nicht allein. Und Sie können auch gar nichts dafür. Aber Sie können es sich selbst leichter machen. Wie das geht, weiß die amerikanische Psychologin Wendy Wood, die als Professorin an der University of California lehrt und schwerpunktmäßig die Macht der Gewohnheit erforscht.

Die meisten Menschen, so Wood in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Brand Eins, unterschätzten den Einfluss der Umgebung auf ihre Gewohnheiten. Doch der sei gewaltig.

Wie die Psychologin herausfand, erfolgen etwa 43 Prozent aller unserer Handlungen unbewusst – also aus reiner Gewohnheit. Die Umgebung wiederum ist ausschlaggebend für diese Handlungen: Sie stimuliert das Gehirn und lässt es eingeübte Handlungen ausführen.

Das ist prinzipiell auch gut. Denn Gewohnheiten helfen uns, den Alltag zu meistern. Stellen Sie sich mal vor, sie müssten jeden Morgen im Bad nach der Zahnpasta suchen und sich überlegen, wie sie zu öffnen ist! Stattdessen sehen Sie die Tube an ihrem Platz in gewohnter Umgebung und Ihr Gehirn weiß ganz automatisch, was zu tun ist.

Durch das Abspielen von Mustern hat unser Gehirn wenig Arbeit. Das spart Energie und Stress. Also wiederholen wir lieber Dinge, statt Neues zu erfinden. Für die Arbeitsroutinen im Job ist das hilfreich, für das Erfinden von Neuem allerdings pures Gift. Gewohnheiten sind der Feind der Innovation.

Gewohnheiten ändern: Der Wille allein reicht nicht

Wenn wir wirklich etwas ändern wollen, muss auch unsere räumliche Umgebung Raum zur Veränderung bieten.

Sie kennen das Phänomen vielleicht aus dem Urlaub oder von den ersten Tagen in einem neuen Job: Noch ist alles unbekannt und aufregend. Für das Gehirn bedeutet eine neue Umgebung Arbeit. Gleichzeitig wird es aufnahmefähiger. Weil es nach neuen Lösungen für Alltagsprobleme suchen muss, sind Sie nun kreativer.

Das können Sie sich zunutze machen. Denn in genau diesen Momenten ist es am leichtesten, an sich selbst zu arbeiten. Und mehr noch: Durch eine stimulierende Umgebung kann man es schlechten Gewohnheiten systematisch schwer machen.

Kleine Schritte führen zu großer Veränderung

Sie müssen nun nicht direkt umziehen oder den Job kündigen, um ungeliebte alte Gewohnheiten loszuwerden. Fangen Sie klein an und nehmen Sie zum Beispiel zur Arbeit mal nicht den schnellsten, sondern den schönsten Weg.

Sie sind dann nicht nur bestens gerüstet, Verhaltensmuster zu ändern. Sie werden merken, dass kleine Änderungen im Alltag auch die Kreativität ankurbeln. Und mit den guten Vorsätzen kann dann auch nicht mehr viel schief gehen.

Mir letzteren müssen Sie übrigens nicht bis Neujahr warten. Denn für gute Vorsätze ist immer genau jetzt der richtige Zeitpunkt.

Übrigens: Unsere Innovationsräume fördern nicht nur die Kreativität, sondern auch gute Gewohnheiten und machen es schlechten schwer. Schauen Sie sich doch zum Beispiel mal an, was wir für die AOK Rheinland/Hamburg oder den TÜV Rheinland umgesetzt haben!

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