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So bauen Sie sich Ihren (ortsunabhängigen) Traumjob

15. Dezember 2020

Es war einmal eine Gruppe junger Menschen, die mit ihrem Laptop unter dem Arm auszogen, um einer allzu tristen, hamsterradähnlichen Arbeitswelt zu entfliehen. Nach mehrmonatigen Reisen klappten sie besagte Laptops in verschiedenen Cafés im balinesischen Ubud, in Kapstadt oder in Oaxaca City, Mexiko wieder auf.

Dort blieben sie – und fanden zwischen Palmen und Reisplantagen, Yoga-Retreats und Matcha Lattes viel Zeit, um mit und inmitten von Gleichgesinnten an neuen, digitalen Geschäftsmodellen zu arbeiten. Sie nannten sich Digitale Nomaden – Reisende, die ortsunabhängig arbeiteten und in Mantra-Manier behaupteten, dass jeder Job der Welt überall auf der Welt erledigt werden könne.

Heute mal nicht auf der Baustelle arbeiten

Wenn Sie diese Aussage anzweifeln möchten, dann tun Sie das zurecht. Ganz so leicht ist es nämlich auch nicht. Oder haben Sie vielleicht schon mal von Bali aus ein Haus in Bochum gebaut?

Das klingt geradezu absurd. Baukräne können schließlich (noch) nicht per Wischgeste am Smartphone gesteuert werden, und schon gar nicht aus einem anderen Land. Und eine Hausmauer sollte definitiv nicht aus Tetris-Steinen bestehen.

Aber stellen Sie sich mal vor, Sie sind nicht der Kranführer, sondern der Architekt. Könnte das Ihre Meinung ändern?

Ein ganzes Büro in einem Laptop

Architekten gelten nicht unbedingt als Vordenker. Zumindest, wenn es um die Gestaltung ihrer Arbeitswelt geht. Denn die besteht – kurz gesagt – noch immer aus großen Mengen unhandlichen Papierkrams: Behördliche Genehmigungen, großformatige Baupläne und so weiter. Zudem müssen sie sich persönlich vom Baufortschritt überzeugen und alle Fäden in der Hand behalten. Wie soll das ortsunabhängig funktionieren?

Dass es geht, beweist das Beispiel des Essener Architekten Wolfgang Sebastian Becker. Er arbeitet mit einem kleinen, digital vernetzten Team aus freien Mitarbeitern – Spezialisten für alle Bauphasen.

Auf seinem Blog Raumakrobatik beschreibt Becker, wie er sich seine Arbeitswelt als ortsunabhängiger Architekt entworfen hat. Statt in einem festen Büro für Publikumsverkehr arbeitet er in Co-Working-Spaces und im Home-Office. Statt auf Papier plant er mit digitalen Tools. Dank webbasierter Anwendungen kann er sein Team jederzeit orts- und zeitunabhängig in alle Planungen einbinden – sogar bei Großprojekten.

Beckers gesamte Büroausstattung ist ein Laptop. Die kann er theoretisch überall dort auspacken, wo er gerade ist: Ob auf Bali, in Bochum oder in Essen.

Das Home-Office ist nur eine von vielen Möglichkeiten

In seinen Grundwerten lässt sich dieses Beispiel zwar nicht auf alle, aber doch auf zahlreiche andere Branchen übertragen. Denn auch wenn nicht alles digital, orts- und zeitunabhängig funktionieren kann – im Grunde klappt viel mehr als man denkt. Das hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie deutlich gezeigt.

Gut möglich, dass Sie gar nicht davon träumen, dauerhaft zu reisen und dabei in den schönsten Hipstercafés von Bali bis Mexiko zu arbeiten. Aber: Auch Nicht-Nomaden könnten hin und wieder den Wunsch verspüren, ortsunabhängig(er) zu arbeiten. Mal bedeutet das vielleicht nur eine kleine Abwechslung vom Arbeitsalltag, um der Kreativität auf die Sprünge zu helfen. Mal eine kurze Zeitersparnis. Und ein andermal vielleicht sogar das Ende einer Fernbeziehung.

Arbeitgeber täten deshalb gut daran, bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen nicht nur flexible Arbeitszeiten und Home-Office zu berücksichtigen, sondern noch weiter zu denken: Wie wäre es beispielsweise mit firmeneigenen Co-Working-Spaces an geeigneten Orten? Oder mit einer für Mitarbeiter kostenlosen Nutzung fremder Workshopräume oder Co-Working-Spaces?

Nicht nur, weil die Möglichkeit zum flexiblen Arbeiten Zufriedenheit und Innovationsgeist in der Belegschaft enorm stärken kann, sollten Sie solche Modelle in Betracht ziehen. Die Möglichkeit zum ortsunabhängigen Arbeiten erweitert auch den Kreis potenzieller Kandidaten für eine Stelle um ein Vielfaches.

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