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Wenn Homeoffice krank macht

15. November 2019

Ausschlafen statt Berufsverkehr, nebenbei die Hausarbeit erledigen, Pakete entgegen nehmen oder den Handwerker rein lassen: Die Arbeit im Homeoffice bringt viele Annehmlichkeiten mit sich. Für die Gesundheit ist sie allerdings nicht unbedingt förderlich. Denn das Arbeiten von zu Hause mag zeitsparend und ausgenommen praktisch sein. Es kann aber auch körperlich und psychisch krank, einsam und sogar unkreativ machen.

Das Sofa ist kein adäquater Arbeitsplatz

Der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zufolge sind Arbeitnehmer, die sehr flexibel und/oder häufig von zu Hause arbeiten, stärker gesundheitlich gefährdet als ihre Kollegen im Büro. 41 Prozent von ihnen klagen über ein erhöhtes Stresslevel. Bei den Arbeitnehmern im Büro sind es „nur“ 25 Prozent. Doch nicht nur der Stress, der mit flexibleren Arbeitsformen einhergeht, trägt zu dieser Gefährdung bei.

Schon die Arbeitsausstattung kann zu Problemen führen. Zwar müssen Heimarbeitsplätze in Deutschland eigentlich den gleichen Vorschriften entsprechen wie Büroarbeitsplätze. In der Realität weichen Arbeitnehmer zu Hause aber auf den Esstisch oder gar das Sofa aus. Doch das ist aus ergonomischer Sicht nicht ideal. Auf Dauer macht sich das körperlich bemerkbar.

Wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen

Weil Arbeit und Familienleben weniger klar getrennt sind, führt regelmäßiges Arbeiten im Homeoffice bei vielen Arbeitnehmern zu Stress. Klare Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit gibt es häufig nicht mehr. Auch, weil Menschen zu Hause laut ILO meist mehr arbeiten als sie eigentlich müssten.

Wer im Homeoffice ist, arbeitet zudem alleine. Auch das mag auf den ersten Blick angenehm erscheinen: Keine Kollegen, die die Ruhe stören, keine Meetings, keine Kleiderordnung. Wer mag kann den ganzen Tag im Schlafanzug arbeiten. Doch Einsamkeit tut nicht jedem gut. Wenn der persönliche Kontakt mit Kollegen ausbleibt, geht der Spaß an der Arbeit schnell verloren. Die Folge ist im Ernstfall soziale Isolation.

Homeoffice macht unkreativ

Homeoffice macht aber nicht nur einsam, sondern sogar unkreativ. Zwar haben wir unsere besten Ideen oft auf dem Sofa. Allerdings tendenziell eher nach Feierabend – dann nämlich, wenn wir nicht mit ihnen rechnen.

Richtig gut werden diese Ideen auch erst, wenn sie gemeinsam mit Kollegen weitergesponnen werden. So etwas passiert aber nur im persönlichen Gespräch – nicht am Telefon oder per E-Mail.

Wer also am nächsten Tag nicht ins Büro geht, kann keinem von seinem brillanten Einfall erzählen. Echte Kollaboration braucht am Ende eben doch physisches Zusammensein. Da hilft auch keine Videokonferenz.

Besser als Homeoffice: Schaffen Sie im Büroalltag Rückzugsräume

Homeoffice ist eine tolle Erfindung. Allerdings nur dann, wenn das Arbeiten von Zuhause nicht zum Dauerzustand wird. Wenn ein Kind krank ist, ein Handwerker kommt oder Sie dringend etwas in Ruhe bearbeiten müssen, ist es gesundheitlich unbedenklich, den Arbeitsplatz temporär nach Hause zu verlegen.

Für die Kreativität ist es freilich am besten, wenn Sie sich im Büroalltag bewusst Möglichkeiten schaffen, das Tagesgeschäft kurz hinter sich zu lassen und mit anderen auszutauschen. Vielleicht, indem Sie sich zum Kaffeetrinken mit ein paar Kollegen auf ein bequemes Sofa setzen.

Übrigens: Wie Sie solche Möglichkeiten für Ihre Mitarbeiter schaffen können, erklären wir Ihnen gerne im persönlichen Gespräch. Sprechen Sie uns einfach an oder schauen Sie sich auf unserer Website an, wie wir Ihnen bei der Optimierung Ihrer Arbeitsumgebung helfen können. Und ein pefektes Tool für das Vier-Augen-Brainstorming ist der DenkTisch aus Papier.

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