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Wenn Azubis zu Lehrenden werden

3. Dezember 2024

Bei der Initiative ROCKID.one schlüpfen Azubis in eine für sie ungewohnte Rolle: Sie werden für einige Stunden im Monat zu Lehrenden und vermitteln Grundschülern wichtige digitale Kompetenzen.

Auf dem Lehrplan stehen Themen wie sicheres Surfen im Internet, Medienkompetenz, der Umgang mit sozialen Medien, Grundlagen der künstlichen Intelligenz, der Programmierung oder der Robotik. Generation Alpha lernt von Generation Z – und dabei profitieren nicht nur die Schüler und Schülerinnen, sondern auch die Azubis, ihre Ausbildungsbetriebe, der Wirtschaftsstandort, Lehrende und Eltern.

Ein Rollentausch mit Folgen fürs Selbstbewusstsein

Normalerweise ist die Rolle von Azubis klar definiert: Sie sind Lernende. Schließlich sollen sie zu Fachkräften ausgebildet werden – und das Fachwissen müssen sie sich erarbeiten. Dass sie selbst einiges an neuen und einzigartigen Kompetenzen mit auf den Arbeitsmarkt bringen, ist dabei erst einmal nebensächlich.

Mit ROCKID.one werden Azubis zu Lehrenden, die genau diese Kompetenzen ausschöpfen und weitervermitteln dürfen. Mit dem Rollentausch übernehmen sie Verantwortung und tragen Positives zur Gesellschaft bei. Das gibt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

Was macht ROCKID.one so erfolgreich?

Vor rund fünf Jahren gestartet, hat sich ROCKID.one mittlerweile in mehreren Bundesländern an zahlreichen Grundschulen etabliert. Unterstützt wird die Initiative von verschiedenen IHKs und dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Wo anfangs der Nutzen für die Grundschüler im Mittelpunkt stand, ist heute klar: Auch die Auszubildenden profitieren von ihrem Rollentausch auf Zeit. Als Lehrende sind sie plötzlich Vorbilder und Autoritätspersonen, tragen Verantwortung für ein Projekt und lernen, sich auch in ungewohnten Situationen zu behaupten. Sie erweitern ihre Sozialkompetenzen und wachsen über sich hinaus.

Das ROCKID.one-Projekt läuft pro Schulhalbjahr etwa zehn bis 12 Wochen lang, eine bis zwei Schulstunden pro Woche. Es richtet sich primär an Dritt- und Viertklässler. Die Inhalte eignen sich die Azubis selbst an, auch den Unterricht gestalten sie selbst. Unterstützt werden sie vor allem bei pädagogischen Fragen sowie in der Vorbereitung von den Lehrerinnen und Lehrern.

Gleichzeitig werben die Azubis für Ausbildungsberufe als Alternative zum Studium. Als Role Models zeigen sie den Kindern, wie spannend eine Ausbildung sein kann. Das kann später etwa die Wahl eines Praktikumsplatzes beeinflussen und bringt Ausbildungsberufe zurück in den Fokus – auch den der Eltern.

Auch die Ausbildungsbetriebe, die ihre Azubis für das Projekt freistellen, profitieren, denn als Local Heros werben die Jugendlichen für ihre Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber.

Bei ROCKID.one werden Azubis zu Lehrenden für Medien- und MINT-Kompetenzen. Davon profitieren Schüler, Unternehmen und Azubis gleichermaßen.

Und nicht nur die haben etwas davon, wenn sie möglichst früh mit Schülerinnen und Schülern in Kontakt treten. Am Ende profitiert der gesamte Wirtschaftsstandort, wenn junge Menschen eine Ausbildung in der Region (wieder) in Erwägung ziehen.

 

(Rubrikenbild: Ein Auszubildender der CEWE Group in einer Lerneinheit mit Grundschülern. Quelle: Rockid One.)

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