TELEFON +49(0)211 966681-0

Die Millionen-Falle: Warum Fehlzeiten teurer sind, als ihr denkt

24. Februar 2026

Michelle hat die Grippe. Christian ist zum zweiten Mal in diesem Jahr mehrere Wochen krankgeschrieben. Und Juana schleppt sich mal wieder mit Schnupfen, Husten und schlechtem Gewissen ins Büro, weil das Team sonst komplett untergeht. Kommt euch bekannt vor? Na dann, willkommen im Winteralltag vieler Unternehmen.

Die Krankenstände in Deutschland sind hoch – so hoch, dass sie längst wieder auch politische Debatten befeuern. Für Unternehmen ist vor allem eines entscheidend: Fehlzeiten sind teuer. Und zwar deutlich teurer, als es auf den ersten Blick scheint.

Schon bei rund 100 Mitarbeitenden können sich die jährlichen Kosten bei hohem Krankenstand auf hohe sechsstellige Verluste summieren – und das ist noch eines der besseren Szenarien.

Ist der Krankenstand wirklich so hoch?

Kurz gesagt: ja. Krankenkassen wie AOK und Barmer meldeten für 2024 Rekordwerte bei den Fehlzeiten. Für 2025 gibt es bislang noch keine finalen Zahlen. Ein Teil des Anstiegs hängt mit der schrittweisen Einführung der elektronischen Krankschreibung seit Mitte 2022 zusammen. Sie sorgt dafür, dass Krankheitstage vollständiger erfasst werden – auch kurze Ausfälle, die früher oft unter dem Radar blieben.

Laut Statistischem Bundesamt lag die durchschnittliche Zahl der Fehltage pro Arbeitnehmer 2024 bei 14,8 Tagen. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2023, aber deutlich mehr als noch 2021, in dem Jahr waren es noch 11,2 Tage. Achtung: Nicht eingerechnet sind Ausfälle ohne ärztliche Krankschreibung. Zählt man diese hinzu, sind es rund 10 Tage mehr.

Besonders relevant für Unternehmen: Psychische Erkrankungen nehmen weiter zu. Sie führen im Schnitt zu rund 28 Fehltagen pro Fall – und sind damit ein echter Kostentreiber.

Was bedeuten hohe Krankenstände für Unternehmen?

Fehlzeiten kosten Geld. Lohnfortzahlungen summieren sich, gleichzeitig fehlt Arbeitskraft. Projekte verzögern sich, Umsätze bleiben aus, Ersatzkräfte müssen organisiert und eingearbeitet werden. Führungskräfte versuchen, die Ausfälle zu kompensieren, Teams arbeiten am Limit.

Besonders gefährlich wird es, wenn dadurch ein sogenannter Kaskadeneffekt entsteht: Mehr Arbeit für weniger Menschen bedeutet mehr Stress und die Verdichtung der Aufgaben, höhere Fehlerquoten, Frust, Verlust der Motivation – und am Ende noch mehr Krankmeldungen oder gar innere Kündigungen. Eine Abwärtsspirale, die sich schnell verselbstständigt.

Was Fehlzeiten wirklich kosten

Wenn 100 Mitarbeitende an durchschnittlich 14,8 Tagen im Jahr erkrankt sind, ergeben sich aufs Jahr gesehen 1.480 Fehltage. Bei Personalkosten pro Arbeitstag und Mitarbeiter von 300 Euro würden sich die verlorenen Arbeitstage somit pro Jahr auf 444.000 Euro summieren. Abzuziehen wären von dieser Summe die Kosten für Langzeiterkrankte, denn nach 6 Wochen springen die Krankenkassen ein. Dazu kommen allerdings Kosten für indirekte Leistungsminderung vor oder nach der Erkrankung, vor allem bei längerer Abwesenheit, Überstunden und Mehrkosten durch Ersatzkräfte – und ein nicht unerheblicher Faktor: Qualitätseinbußen sowie durch den Ausfall entgangene Gewinne. Diese Kosten sind genauso individuell wie fortzuzahlende Gehälter. Aber sie sind in jedem Fall höher als effektive Prävention. Ein ausführliches Rechenbeispiel dazu findet ihr hier.

Bitte nicht: an der falschen Stelle sparen

Wenn Budgets schrumpfen, steht das betriebliche Gesundheitsmanagement oft ganz oben auf dem Prüfstand – und wird als vermeintlich unwichtiger Bonus schnell gestrichen. Ein fataler Fehler. Denn Prävention ist günstiger als Reaktion – so gut wie immer.

Ein Obstkorb allein verhindert keine Grippe. Aber Unternehmen können viel tun, um Ausfälle zu reduzieren und Kaskadeneffekte zu vermeiden. Beispiele gefällig?

  • Gutes Belastungs- und Ressourcenmanagement
  • Vorausschauende Projektplanung
  • Wertschätzende Führungskultur
  • Gesunde Arbeitsbedingungen: Dabei geht es nicht nur um höhenverstellbare Schreibtische und Co. Die gesamte Arbeitsumgebung hat Auswirkung auf die Gesundheit. Gibt es Rückzugsmöglichkeiten? Ausreichend Ruhebereiche? Werden Pausenzeiten ernst- und Mitarbeiter als Menschen wahrgenommen?
  • Betriebliche Gesundheitsförderung etwa durch Bewegung, Angebote zum Stressabbau oder Schulungen zum Erkennen von Stressmustern und psychischer Belastung für Führungskräfte
  • Impfangebote oder ärztliche Beratung während der Arbeitszeit

Die gute Nachricht: Investitionen in die Mitarbeiter-Gesundheit zahlen sich aus. Der Return on Investment ist oft schon nach wenigen Monaten messbar – finanziell und auch menschlich. Das Unternehmensklima wird es euch danken.

Auch zu hohe Fehlzeitenquoten im Betrieb?

Für unsere Kunden führen wir sehr detaillierte und objektive Beurteilungen und Audits durch, aus denen die Ursachen und Hot-Spots hoher Fehlzeiten hervorgehen. Im Anschluss entstehen daraus Maßnahmenkataloge und Kosten-Nutzen-Rechnungen, die die Grundlage für eine Senkung der betrieblichen und krankheitsbedingten Fehlzeitenquoten um bis zu 50 Prozent bilden. Der ROI liegt hier in der Regel zwischen 400 und 800 Prozent, kann aber auch durchaus vierstellig sein. Ein echter Gewinn fürs Unternehmen. Gerne stellen wir dir unsere Methodik im persönlichen Gespräch vor.

Kategorien

Newsletter abonnieren

Unser kostenfreier Newsletter mit Tipps, Events und Artikeln rund um New Work, Ideenkultur und Innovation erscheint 1x pro Monat. Sie können Ihn jederzeit wieder mit einem Klick abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Stress Organisation New Work Führung Innovation Ideenkultur NEU Effizienz moderne Arbeitswelt Workplace Unternehmenskultur

So durchbrecht ihr organisationale Stressmuster

2. Mai 2025

Ein ganz normaler Arbeitstag: Kaum habt ihr euch in eine wichtige Aufgabe eingearbeitet, kommt eine neue, dringende Anweisung – und mit ihr steht vieles, was ihr heute erledigt habt, in Frage. Sollt ihr euer Projekt noch fertigstellen oder nicht? Und wenn ja, wann? Was ist wichtiger? Beantworten... mehr lesen

Karriere Personal Führung New Work Personalmarketing moderne Arbeitswelt Ideenkulur Innovation Büro HR Personal Unternehmenskultur

Klettergerüst statt Karriereleiter

1. September 2025

Lange galt eine steile Karriere Arbeitnehmenden als das ultimative Ziel: Auf der Karriereleiter sollte es Schritt für Schritt nach oben gehen, schnell, ohne Umwege und wenn möglich bis an die Spitze. Dort warteten die ersehnten Insignien der Macht: Boni, Status und Geld. Jahrelang ohne... mehr lesen

introvertiert innovation kreativitaet hr ideenkultur new work moderne arbeitswelt teamwork workplace design

Warum niemand laut sein muss, um etwas zu bewegen

1. Oktober 2025

Ein Meetingraum, neun Kollegen aus verschiedenen Abteilungen sitzen sich im Halbkreis gegenüber. Heute geht es um einige Änderungen an einem wichtigen Pitch. Die Diskussion ist hitzig – und, ihr kennt das: Ihr habt Euch im Kreis gedreht, mehrere Abschweifungen genommen, seid euch gegenseitig... mehr lesen

Fehlzeiten Blaumachen Krankmeldungen Krankenstände Personal HR betriebliches Gesundheitsmanagement BGM BEM New Work moderne Arbeitswelt Führung Kultur Teamwork

„Heute bin ich mal krank“ – Echt jetzt?

1. Februar 2026

Morgens krankgemeldet, mittags ins Fitnessstudio? Kann man machen, schließlich darf man auch mit ärztlicher Krankschreibung jederzeit Bett und Haus verlassen. Und doch drängt sich ein Verdacht auf: Macht der Kollege, der heute morgen angeblich noch Halsschmerzen hatte, etwa blau? Gut möglich!... mehr lesen