Michelle hat die Grippe. Christian ist zum zweiten Mal in diesem Jahr mehrere Wochen krankgeschrieben. Und Juana schleppt sich mal wieder mit Schnupfen, Husten und schlechtem Gewissen ins Büro, weil das Team sonst komplett untergeht. Kommt euch bekannt vor? Na dann, willkommen im Winteralltag vieler Unternehmen.
Die Krankenstände in Deutschland sind hoch – so hoch, dass sie längst wieder auch politische Debatten befeuern. Für Unternehmen ist vor allem eines entscheidend: Fehlzeiten sind teuer. Und zwar deutlich teurer, als es auf den ersten Blick scheint.
Schon bei rund 100 Mitarbeitenden können sich die jährlichen Kosten bei hohem Krankenstand auf hohe sechsstellige Verluste summieren – und das ist noch eines der besseren Szenarien.
Kurz gesagt: ja. Krankenkassen wie AOK und Barmer meldeten für 2024 Rekordwerte bei den Fehlzeiten. Für 2025 gibt es bislang noch keine finalen Zahlen. Ein Teil des Anstiegs hängt mit der schrittweisen Einführung der elektronischen Krankschreibung seit Mitte 2022 zusammen. Sie sorgt dafür, dass Krankheitstage vollständiger erfasst werden – auch kurze Ausfälle, die früher oft unter dem Radar blieben.
Laut Statistischem Bundesamt lag die durchschnittliche Zahl der Fehltage pro Arbeitnehmer 2024 bei 14,8 Tagen. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2023, aber deutlich mehr als noch 2021, in dem Jahr waren es noch 11,2 Tage. Achtung: Nicht eingerechnet sind Ausfälle ohne ärztliche Krankschreibung. Zählt man diese hinzu, sind es rund 10 Tage mehr.
Besonders relevant für Unternehmen: Psychische Erkrankungen nehmen weiter zu. Sie führen im Schnitt zu rund 28 Fehltagen pro Fall – und sind damit ein echter Kostentreiber.
Fehlzeiten kosten Geld. Lohnfortzahlungen summieren sich, gleichzeitig fehlt Arbeitskraft. Projekte verzögern sich, Umsätze bleiben aus, Ersatzkräfte müssen organisiert und eingearbeitet werden. Führungskräfte versuchen, die Ausfälle zu kompensieren, Teams arbeiten am Limit.
Besonders gefährlich wird es, wenn dadurch ein sogenannter Kaskadeneffekt entsteht: Mehr Arbeit für weniger Menschen bedeutet mehr Stress und die Verdichtung der Aufgaben, höhere Fehlerquoten, Frust, Verlust der Motivation – und am Ende noch mehr Krankmeldungen oder gar innere Kündigungen. Eine Abwärtsspirale, die sich schnell verselbstständigt.
Wenn 100 Mitarbeitende an durchschnittlich 14,8 Tagen im Jahr erkrankt sind, ergeben sich aufs Jahr gesehen 1.480 Fehltage. Bei Personalkosten pro Arbeitstag und Mitarbeiter von 300 Euro würden sich die verlorenen Arbeitstage somit pro Jahr auf 444.000 Euro summieren. Abzuziehen wären von dieser Summe die Kosten für Langzeiterkrankte, denn nach 6 Wochen springen die Krankenkassen ein. Dazu kommen allerdings Kosten für indirekte Leistungsminderung vor oder nach der Erkrankung, vor allem bei längerer Abwesenheit, Überstunden und Mehrkosten durch Ersatzkräfte – und ein nicht unerheblicher Faktor: Qualitätseinbußen sowie durch den Ausfall entgangene Gewinne. Diese Kosten sind genauso individuell wie fortzuzahlende Gehälter. Aber sie sind in jedem Fall höher als effektive Prävention. Ein ausführliches Rechenbeispiel dazu findet ihr hier.
Wenn Budgets schrumpfen, steht das betriebliche Gesundheitsmanagement oft ganz oben auf dem Prüfstand – und wird als vermeintlich unwichtiger Bonus schnell gestrichen. Ein fataler Fehler. Denn Prävention ist günstiger als Reaktion – so gut wie immer.
Ein Obstkorb allein verhindert keine Grippe. Aber Unternehmen können viel tun, um Ausfälle zu reduzieren und Kaskadeneffekte zu vermeiden. Beispiele gefällig?
Die gute Nachricht: Investitionen in die Mitarbeiter-Gesundheit zahlen sich aus. Der Return on Investment ist oft schon nach wenigen Monaten messbar – finanziell und auch menschlich. Das Unternehmensklima wird es euch danken.
Für unsere Kunden führen wir sehr detaillierte und objektive Beurteilungen und Audits durch, aus denen die Ursachen und Hot-Spots hoher Fehlzeiten hervorgehen. Im Anschluss entstehen daraus Maßnahmenkataloge und Kosten-Nutzen-Rechnungen, die die Grundlage für eine Senkung der betrieblichen und krankheitsbedingten Fehlzeitenquoten um bis zu 50 Prozent bilden. Der ROI liegt hier in der Regel zwischen 400 und 800 Prozent, kann aber auch durchaus vierstellig sein. Ein echter Gewinn fürs Unternehmen. Gerne stellen wir dir unsere Methodik im persönlichen Gespräch vor.
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