TELEFON +49(0)211 966681-0

Stressmuster durchbrechen: So entlastet ihr eure Führungskräfte

15. Juni 2025

Stress ist in vielen Betrieben zum Dauerzustand geworden. Kein Wunder, schließlich müssen Unternehmen permanent auf neue Krisen reagieren. Doch Krisen sind selten die eigentliche Ursache für Stress am Arbeitsplatz. Er entsteht eher durch das, was auf die Krise folgt – oder vielmehr nicht folgt: eine Reaktion, die Orientierung bietet, klare Ziele vorgibt und entlastet.

In herausfordernden Zeiten ist Orientierung unerlässlich. Sie sorgt für stabile Prozesse, entlastet Führungskräfte und macht Organisationen widerstandsfähiger.

Warum Stress selten von außen kommt

Politische Vorgaben, wirtschaftliche Unsicherheit, interne Veränderungen: Krisen können zu Stresskatalysatoren werden. Das eigentliche Problem ist aber nicht die Veränderung, sondern die Frage, wie sie aufgenommen wird.

Wirken Führungskräfte unsicher, greift dieses Gefühl schnell auf alle Mitarbeitenden über. Wenn unklar ist, wer was entscheidet, welche Ziele gerade wichtig sind oder wie Prioritäten gesetzt werden, entsteht Chaos, und Chaos verursacht bei den meisten Menschen Stress.

Reagieren Führungskräfte gelassen, weil sie genau wissen, was zu tun ist, strahlen sie das auch aus und ersetzen das Gefühl der Ohnmacht im Angesicht der Krise durch ein Gefühl der Sicherheit am Arbeitsplatz.

Struktur statt Aufopferung

Führungskräfte spielen im Stressmanagement deshalb eine ganz zentrale Rolle. Doch sie sind auch besonders stressgefährdet. Denn sie stehen zwischen Mitarbeitenden und Geschäftsführung, müssen Orientierung geben, aber auch wissen, an was sie sich selbst orientieren können.

Ist diese Orientierung nicht vorhanden, verfallen Führungskräfte oft in aufopferndes Arbeiten: sie improvisieren, sind ständig erreichbar, übernehmen mehrere Aufgaben gleichzeitig und tun alles, um das Sicherheitsgefühl aufrecht zu erhalten.

Persönliche Einsatzbereitschaft ist insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen oft in großem Umfang vorhanden – aber nur für begrenzte Zeit. Wenn der Akku leer ist, kommen auch die aufopferungsvollsten Mitarbeitenden an ihr Limit.

Weniger zu verlangen, hilft in dieser Situation nicht. Eure Führungskräfte entlastet ihr nur dann effizient, wenn ihr die Arbeit klüger steuert: Mit klaren Prozessen, transparenter Kommunikation, frühzeitiger Einbindung und einfachen Entscheidungswegen.

Stabile Strukturen sind besser als ein Resilienztraining

Dann können eure Führungskräfte sich nämlich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: ihre Teams führen, Ziele und Rahmenbedingungen vorgeben, Entscheidungen treffen. Davon profitieren natürlich auch die Teams – und zwar wesentlich mehr als durch jede noch so gute Resilienzschulung.

Wenn klar ist, wer in einer möglichen Krise entscheidet, welche Informationen wohin fließen und wie sichergestellt ist, dass das Tagesgeschäft weiterläuft, auch wenn es mal brennt, entstehen organisationale Stressmuster gar nicht erst.

Stress ist kein Zufall, Stressresistenz aber auch nicht

Verlässliche Rahmenbedingungen machen Unternehmen widerstandsfähiger, denn sie ermöglichen einen souveränen Umgang mit Krisen aller Art und beugen organisationalen Stressmustern vor.

Resilienztrainings und ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement sind ein effektives Mittel, Mitarbeitende auf ungewohnte Stresssituationen vorzubereiten. Noch besser ist, gleich die Widerstandsfähigkeit des gesamten Unternehmens zu stärken.

Merkmale resilienter Organisationen

Der Deloitte Resilience Report 2021 identifiziert fünf zentrale Merkmale, die Unternehmen widerstandsfähiger gegen Krisen machen: Vorbereitung, Flexibilität, Teamarbeit, Vertrauen und Verantwortung. Die Studie analysiert außerdem, wie gut Unternehmen durch das erste Jahr der Corona-Pandemie navigierten und kommt zu dem Schluss: Die Unternehmen, die einen besonders hohen Grad an organisationaler Resilienz aufwiesen, gaben dreimal so häufig wie andere an, gut durch die Krise gekommen zu sein.

Newsletter abonnieren

Unser kostenfreier Newsletter mit Tipps, Events und Artikeln rund um New Work, Ideenkultur und Innovation erscheint 1x pro Monat. Sie können Ihn jederzeit wieder mit einem Klick abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mikromanagement Führung HR Personal New Work Ideenkultur Workplace-Design Innovation-Lab Creative-Space Moderne Arbeitswelt Innovationskultur

Mikromanagement: Wenn das Gehirn nicht loslassen kann

1. Dezember 2025

Fünfjährige machen vieles nicht so, wie Erwachsene es tun würden. Sie brauchen länger, stolpern öfter – überraschen aber auch mit kreativen Abkürzungen. Eltern wissen: Man muss sie machen lassen. Frühe Erfahrungen von Autonomie sind entscheidend für die Entwicklung. Wer ausprobieren... mehr lesen

Gen Z Dialog Smartphone HR Personal junge Generation Ausbildung Workplace Design Innovation Ideenkultur New Work Training Führung Recruiting

Diese Angst hält Gen Z zurück: Warum Gespräche schwieriger werden

15. Januar 2026

Wortgewandt im Chat, zurückhaltend im Meeting – und telefonisch nicht erreichbar: Die Generation Z kommuniziert anders als ältere Generationen. Sie ist digital versiert, vermeidet aber Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Das führt nicht nur häufig zu Missverständnissen. Es verstärkt auch... mehr lesen

Fehlzeiten Blaumachen Krankmeldungen Krankenstände Personal HR betriebliches Gesundheitsmanagement BGM BEM New Work moderne Arbeitswelt Führung Kultur Teamwork

„Heute bin ich mal krank“ – Echt jetzt?

1. Februar 2026

Morgens krankgemeldet, mittags ins Fitnessstudio? Kann man machen, schließlich darf man auch mit ärztlicher Krankschreibung jederzeit Bett und Haus verlassen. Und doch drängt sich ein Verdacht auf: Macht der Kollege, der heute morgen angeblich noch Halsschmerzen hatte, etwa blau? Gut möglich!... mehr lesen

Kreativität Meeting Ideen New Work moderne Arbeitswelt Workshop Innovation HR Personal Arbeitsmethode Change Agile Ideenkultur laufen Unternehmenskultur

Laufend im Meeting? Ja bitte!

1. September 2026

Sitzt ihr auch viel zu oft in Meetings und habt keine Ahnung, wie ihr diese Zeit reduzieren könntet? Dann steht doch einfach auf und geht! Nicht weg, sondern gemeinsam mit euren Kolleginnen und Kollegen vor die Tür. In Meetings sitzen ist oft weniger produktiv als wir es gerne hätten. Bewegung... mehr lesen