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Haben Sie heu­te schon gelacht? Wenn nicht, hat unse­re Überschrift Sie hof­fent­lich zum Schmunzeln gebracht. Vielleicht waren Sie auch kurz irri­tiert. Das wür­de uns sogar noch bes­ser gefal­len. Wir könn­ten Ihnen jetzt so eini­ges über Bürokraten erzäh­len. Aber die meis­ten Vorurteile ken­nen Sie ver­mut­lich bereits. Und des­halb erzäh­len wir Ihnen heu­te etwas, das Sie über­ra­schen wird.

Paragrafenreiter oder Aktenschieber: Beamte und Angestellte im öffent­li­chen Dienst haben es nicht leicht. Sie gel­ten wahl­wei­se als pedan­tisch, faul und lang­sam – sel­ten jedoch als krea­tiv. Behörden und Verwaltungen haben „beim Bürger“ in der Regel ein eher ange­staub­tes Image.

Das heißt aber nicht, dass Innovation nicht auch dort pas­sie­ren kann – und tut. Wir zei­gen Ihnen, wie eine Bürokratie zu einer krea­ti­ven Bürokratie wird.

Wie Verwaltung sich neu erfinden kann

Für Innovation braucht es im Grunde nur zwei Dinge: Mitarbeiter mit Ideen sowie Strukturen, in denen die­se Ideen gewollt sind und geför­dert wer­den.

Kann der Beamte, der Formulare hin und her schiebt, ver­al­te­te Vorgangssysteme mit Informationen füt­tert, Akten strei­chelt und Dienst nach Vorschrift ver­rich­tet, wirk­lich gute Ideen pro­du­zie­ren?

Wir glau­ben: Ja! Staatsbedienstete sind nicht mehr oder weni­ger krea­tiv als Mitarbeiter eines belie­bi­gen mit­tel­gro­ßen oder gro­ßen Unternehmens. Das Problem liegt an ande­rer Stelle. Ihnen feh­len zum einen der Freiraum und zum ande­ren das Handwerk, um Veränderungen anzu­sto­ßen.

Hierarchien behindern Innovation

Das hat viel mit der über Jahrzehnte gewach­se­nen und sel­ten hin­ter­frag­ten Struktur von Verwaltungen zu tun. Bürokratien müs­sen in ers­ter Linie funk­tio­nie­ren. Aber ohne Innovation und Kreativität funk­tio­nie­ren sie nur für einen kur­zen Zeitraum. Den näm­lich, in dem das System per­fekt an die Gegebenheiten ange­passt ist.

Hierarchien, auf denen die Bürokratie beruht, behin­dern und ver­hin­dern Innovation, indem sie Sachbearbeitern ihre krea­ti­ve Kompetenz neh­men. Wer nie gefragt wird, hat auch nicht das Gefühl, dass sei­ne Ideen wert­voll sind. Er leis­tet dann lie­ber Dienst nach Vorschrift.

So funktioniert die kreative Bürokratie

Verwaltungen müs­sen sich den sel­ben Herausforderungen stel­len wie Unternehmen: Enorme Veränderungsprozesse zu stem­men (Stichwort: Digitalisierung). Dabei sind sie mehr und mehr auf krea­ti­ve Ideengeber ange­wie­sen. In Verwaltungen sind das häu­fig Berater von außen, die viel Geld kos­ten und das Innenleben und den Arbeitsalltag von Behörden wenig ken­nen.

Diese Herangehensweise sorgt für zusätz­li­chen Frust bei den Mitarbeitern, die kei­ner nach ihrer Meinung fragt.

Auch exter­ne Kreative kön­nen gute Impulse von außen geben. Doch wis­sen wir, dass jedes Unternehmen und jede Verwaltung auch in den eige­nen Reihen aus­rei­chend krea­ti­ve Köpfe sit­zen hat. Ihr Potenzial gilt es zu erken­nen und abzu­schöp­fen. Denn die bes­ten Ideen kom­men von innen – oft von Mitarbeitern, die ihre nor­ma­len Arbeitsprozesse ver­bes­sern möch­ten.

Wenn die Mitarbeiter einer Verwaltung nicht mehr nur als Teil eines Apparats oder eines Organigramms fun­gie­ren, son­dern als Menschen, die neben ihrer Arbeit auch ihre Persönlichkeit, Emotionen, Leidenschaften und Werte ein­brin­gen dür­fen, wird eine Bürokratie von innen her­aus zu einer krea­ti­ven Bürokratie – ganz ohne exter­ne Berater.

Weg mit den Hierarchien!

Um eine krea­ti­ve Bürokratie zu ermög­li­chen, müs­sen Hierarchien abge­schafft, min­des­tens aber abge­flacht wer­den. Das mag für den einen revo­lu­tio­när und für den ande­ren gefähr­lich klin­gen. Doch die direk­te­re Kommunikation inner­halb der Verwaltung und mit Bürgern, ermög­licht mehr Flexibilität und Ideenaustausch und begüns­tigt ziel­ge­rich­tet Innovation.

Dass eine radi­ka­le Abschaffung der Hierarchien auch in star­ren Strukturen mög­lich ist, hat der ehe­ma­li­ge US-General Stanley McChrystal als Leiter von Einsatztruppen in Afghanistan und im Irak bewie­sen. Er revo­lu­tio­nier­te die Kommunikation inner­halb des Militärs, um gegen die gut ver­netz­te Terrororganisation Al-Qaida eine Chance zu bewah­ren (sie­he Blog Artikel „Kompanie, klar zum Teamwork!“).

Über Bürokraten und Beamte gibt es eine Menge schlech­ter Witze und schlau­er Sprüche. Wir fin­den: Es ist an der Zeit, mal ein paar neue zu erfin­den. Denn Kreativität wird auch in der Verwaltung in Zukunft eine gewich­ti­ge Rolle über­neh­men. Stempel drun­ter!

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