Boomer, Millennials, Generation Z – sie ticken unterschiedlich, arbeiten nebeneinander und manchmal aneinander vorbei. Wenn sie es miteinander versuchen, kann es kompliziert werden. Während die einen anrufen, schicken die anderen Sprachnachrichten oder GIFs.
Das kann Reibung erzeugen – aber Reibung erzeugt auch Energie. Wo unterschiedliche Generationen aufeinandertreffen, entsteht deshalb auch großes Potenzial: Wer Neues entwickeln will, braucht nicht nur Experimentierfreude und das Wissen der Digital Natives, sondern auch Erfahrung und Routine.
Der Generationenkonflikt ist eine echte Chance fürs Teamwork. Wir erklären euch in diesem Artikel, warum Altersdiversität mehr ist als ein Nice-to-have und wie ihr es schafft, Teams so zusammenzustellen, dass Alt und Jung erfolgreich gemeinsam Innovation hervorbringen.
Personaler sprechen gern von Diversität – Geschlecht, Herkunft, Lebensentwürfe, man weiß: Die Mischung macht ein Team erst richtig gut. Altersdiversität bleibt allerdings oft außen vor – und das kann schlicht daran liegen, dass schon bei der Stellenausschreibung unterbewusst Hürden geschaffen werden. Dabei ist eine ausgewogene Altersstruktur in der Belegschaft mindestens genauso wichtig.
Wenn Menschen aus verschiedenen Altersgruppen zusammenarbeiten, verschmelzen Wissen, Perspektiven und Fähigkeiten zu einem Potenzial, das eine homogene Gruppe nie erreichen kann.
Die vier Ebenen der Diversität nach Gardenswartz & Rowe (1994) beschreiben, in welchen Dimensionen Menschen sich unterscheiden. Auf die Persönlichkeit des Einzelnen folgt die innere Dimension, hier befinden sich die Merkmale Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Nationalität, körperliche Beeinträchtigungen und die sexuelle Orientierung. In der externen Dimension finden sich Merkmale wie der Familienstand, die soziale Herkunft, Ausbildung oder Erfahrung. Darauf folgen die organisationalen Ebenen, u. a. mit dem Arbeitsfeld und der Rolle, Netzwerken oder der Zugehörigkeit zu Parteien oder Gewerkschaften. Wer diverse Teams zusammenstellen möchte, sollte sich mindestens auf Merkmale der inneren Dimension stützen, idealerweise aber die externen Merkmale dabei nicht außer Acht lassen.
In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel ist es entscheidend, funktionierende, generationsübergreifende Teams zu gestalten. Der bevorstehende Renteneintritt der Boomer ist eine Herausforderung: Mit ihnen droht jahrzehntelanges Erfahrungswissen verloren zu gehen.
Und: Lernen funktioniert heute in beide Richtungen. Ältere Mitarbeitende sind längst keine reinen Wissensverwalter mehr, sondern selbst Lernende. Viele haben Lust, Neues zu entdecken – wenn man sie lässt. Und die Jüngeren? Profitieren von der Erfahrung der älteren, nicht nur in fachlicher Hinsicht.
Age Diversity bedeutet nicht: Alt gibt, Jung nimmt. Sondern: Alt lernt von Jung und andersherum. Wie aber sieht das in der Praxis aus?
Wenn Kommunikation zwischen den Generationen wirklich gelingt, entsteht das, was generationenübergreifende Teams stark macht: gegenseitiger Respekt, Neugier und der Wille, voneinander zu lernen. Und dann zeigt sich: Innovationskraft ist keinesfalls nur eine Sache der Jungen, die Alten haben daran einen großen Anteil.
Lesetipp:
Lee Gardenswartz, Anita Rowe: Diverse Teams at Work: Capitalizing on the Power of Diversity; Society For Human Resource Management
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