TELEFON +49(0)211 966681-0

Es ist Zeit für Design Thinking 2.0

28. Oktober 2015

Jede Innovation beginnt mit einer ungewöhnlichen Idee. Um diese kundennah zu entwickeln, wurde in den 1990ern in den USA das Konzept des „Design Thinking“ entwickelt. Weltweit bieten mittlerweile viele Universitäten und Bildungseinrichtungen spezielle Design-Thinking-Ausbildungen an. Seit 2005 gibt es in Palo Alto (d.school) und seit 2007 in Potsdam (HPI) von Hasso Plattner gestiftete Bildungseinrichtungen, die sich dem „Design“ im Innovationsprozess verschrieben haben. Große Unternehmen, wie Daimler, Vodafone, die Deutsche Bank oder Siemens nutzen Design Thinking in ihren Thinktanks. Das große Ziel: Die „Big Idea“ auf Knopfdruck.

Ist Design Thinking die Universallösung in der Ideenfindung?

Die Grundsätze hinter Design Thinking sind nicht neu. Designer aller Fachrichtungen lernen diese seit jeher im Laufe ihres Studiums. Design Thinking fasst diese Prinzipien „nur“ zu einem Prozess zusammen. Dabei setzt Design Thinking auf drei ideenfördernde Bausteine:

  1. Einsatz eines interdisziplinären Teams (Quereinsteiger sind auch gute Querdenker)
  2. Schnelles Ausprobieren mit Hilfe von Prototypen und Anwendern (früh scheitern, dann besser machen)
  3. Kreativitätsförderndes Umfeld (Ideenräume und Freiräume)

Doch wie weit ist Design Thinking das Ideal der Ideenfindung? Objektiv betrachtet:

  1. Ein Universalrezept für das Zeugen phänomenaler Ideen gibt es (bisher) nicht.
  2. Die Prinzipien von Design Thinking funktionieren, aber das Konzept ist (noch) nicht zuende gedacht.

Kreativität ist eine Mischung aus Talent und Anwendung von passenden Techniken. Wobei Technik den größeren Anteil hat, wenn es um konkrete Innovationen mit hohem Nutzwert geht. Und an dieser Stelle sitzt das Potential, um Design Thinking auf die nächste Evolutionsstufe zu heben…

Multisensorik als Schlüssel für bessere Ideen

Ideen entstehen, wenn Gefühle zu bewussten Gedanken werden und wir sie formulieren können. In diesem Moment lassen sie sich diskutieren und weiterentwickeln. Doch die Schwelle zum Bewusstsein ist hoch und das Limbische System bewertet jeden Sinneseindruck genau auf seine Relevanz. Diese Bewertung führt dazu, dass vieles nur ein „Bauchgefühl“ bleibt und es nie in die bewusste Wahrnehmung schafft. Doch je mehr Sinne addiert werden, um so relevanter werden die Wahrnehmungen und um so größer wird die Chance auf eine entsprechend hohe Bewertung durchs Limbische System. Testen Sie es selber: Drucken Sie diesen Text aus und nehmen Sie einen Stift, um sich interessante Passagen zu markieren. Sie werden vieles deutlich besser verstehen und einige Ansätze „weiterspinnen“. In Ihren Händen steigt die von Ihnen gefühlte Relevanz dieses Textes.

Für die Ideenfindung bedeutet dies, dass möglichst viele Sinne angesprochen werden müssen, um das Hirn auf Trab zu bringen. Intuitiv passiert dies bei den klassischen Design-Thinking-Techniken mehr oder weniger bei der Nutzung von Kreativräumen und beim Bau von Prototypen mit Lego, Knetgummi & Co. Doch das ist an dieser Stelle weder beabsichtigt noch kontrolliert.

Design Thinking 2.0 – Installieren Sie jetzt Ihr Upgrade

Für Design-Thinking-Jünger ist der nächste wichtige Schritt, die vorhandenen Prozesse mit multisensorischen Werkzeugen anzureichern. Tools, die möglichst drei oder mehr Sinne ansprechen. Und möglichst immer den Tastsinn, der auch Wahrheitssinn genannt wird.

Dabei sind multisensorische Kreativbereiche besonders attraktiv, da Sie hier bereits ein Arbeitsumfeld haben, in dem es um die Entwicklung von Ideen geht. Aber auch einfache Boardsysteme oder der Einsatz von analogen Kommunikationsmitteln (bspw. iCube) dienen der Multiplikation der Ideenausbeute. Ganz wichtig ist, dass Sie Ihr gesamtes Unternehmen mit multisensorischen Tools durchweben. Erst dann erreichen Sie alle Mitarbeiter und die Ideen in deren Köpfen.

Sie werden überrascht sein, wie viel Potential im Thema Design Thinking noch steckt, wenn Sie Ihr „multisensorisches Upgrade“ einmal installiert und gestartet haben 🙂

Design Thinking Seminar + Workshop

Erleben Sie Design Thinking 2.0 im offenen Seminar bei uns in Düsseldorf: Informationen zum Design-Thinking-Seminar finden Sie hier.

 

(Foto auf der Übersichtsseite: ©Impact Hub)

 

Newsletter abonnieren

Unser kostenfreier Newsletter mit Tipps, Events und Artikeln rund um New Work, Ideenkultur und Innovation erscheint 1x pro Monat. Sie können Ihn jederzeit wieder mit einem Klick abbestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

nudging Gewohnheiten New Work Verhalten Arbeitsplatz moderne Arbeitswelt Workplace Design Interior Desk Sharing Ideenkultur Führung Change Changemanagement Zukunft der Arbeit

Nudging am Arbeitsplatz: Kleine Stupser, große Wirkung

2. Juni 2026

Wieso werden wir zu besseren Autofahrern, wenn eine Digitalanzeige am Straßenrand uns nicht nur mit einer Geschwindigkeitsanzeige, sondern wahlweise mit einem grünen Smiley oder einem roten Frowney an ein angemessenes Fahrtempo erinnert? Und ignorieren am Arbeitsplatz dennoch täglich mehrfach... mehr lesen

Partizipation Beteiligung Beteiligungsprozesse Change Transformation Büro Arbeitswelt Ideenkultur Innovation Digitalisierung Teamwork Changemanagement Workplace-Design Desk-Sharing Schreibtischkonzept

So macht ihr euch den IKEA-Effekt im Büro zunutze

1. Oktober 2026

Nur noch schnell die Füßchen anschrauben – und fertig ist das neue Wohnzimmerschränkchen. Zwei Stunden Arbeit und ein paar Flüche, auf die wir an dieser Stelle nicht näher eingehen wollen, gehören der Vergangenheit an. Das Möbelstück macht eine gute Figur, und das liegt nicht zuletzt an... mehr lesen

Fehlzeiten Blaumachen Krankmeldungen Krankenstände Personal HR betriebliches Gesundheitsmanagement BGM BEM New Work moderne Arbeitswelt Führung Kultur Teamwork

„Heute bin ich mal krank“ – Echt jetzt?

1. Februar 2026

Morgens krankgemeldet, mittags ins Fitnessstudio? Kann man machen, schließlich darf man auch mit ärztlicher Krankschreibung jederzeit Bett und Haus verlassen. Und doch drängt sich ein Verdacht auf: Macht der Kollege, der heute morgen angeblich noch Halsschmerzen hatte, etwa blau? Gut möglich!... mehr lesen

einsam Job psychologische Sicherheit GBU Psyche Fehlzeiten Krankenstand New Work Teamwork Team-Office-Prinzip Arbeitsplatz Personal Change Transformation Kreativität

Die Einsamkeitsepidemie: Wenn Kollegen Fremde sind

15. April 2026

In der Mittagspause sitzen sie alle zusammen, unterhalten sich, lachen gemeinsam. Alle, bis auf zwei. Eine sitzt dabei, weiß aber nicht wie sie sich am Gespräch beteiligen soll. Ein anderer isst lieber gleich allein. Die Gespräche sind eingespielt, die Gruppen geschlossen – und was sich... mehr lesen