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Jeder Spaß hat seine Grenzen – auch im Büro

15. Mai 2021

Na, heute schon gerutscht, geschaukelt und geklettert? Dann ist also die Kita mal wieder zu und Sie waren mit den Kindern auf dem Spielplatz. Moment: Oder waren Sie einfach mal wieder im Büro?

Riesenrutsche statt Aufzug, Trampolin und Kletterwand zum Auspowern, Hängematten und Schaukeln zum Abhängen: Arbeitgeber investieren immer häufiger, um Mitarbeiter bei Laune zu halten. Und das längst nicht mehr nur im Silicon Valley. Wer im Büro Spaß hat, arbeitet nachweislich besser und ist kreativer. Doch was bedeutet das?

Vielleicht haben Sie den OFFICE-ROXX-Artikel zum Faktor Spaß-im-Büro gelesen. Dort geht es um eine Komponente des Team-Office-Prinzips, die unter anderem auf Motivation und Engagement einzahlt.

Sicher ist: Wer seinen Job liebt, geht gerne zur Arbeit und bleibt dort auch situativ länger als gefordert. Wer die Angestellten bei Laune hält, hält sie also zumindest länger am Arbeitsplatz. Doch Zeit ist nicht immer der entscheidende Faktor – und zu viel Freude am Job kann die Leistung auf Dauer sogar senken. Die Grenzen sind fließend.

Warum zu viel Fun gefährlich ist

Ein Büro lässt sich relativ einfach in einen Spielplatz verwandeln: Eine Tischtennisplatte hier (denn Bewegung macht kreativ und bringt Freude), ein paar Hängematten da (denn der Geistesblitz zeigt sich bevorzugt Ruhephasen). Das sieht schön aus, lenkt vom Büroalltag ab und sorgt für frisches Denken. Nur kann das auch den Fokus auf die eigentlichen Aufgaben vernebeln. Doch Ablenkung ist nicht die einzige und bestimmt nicht die größte Gefahr, die zu viel Spaß am Arbeitsplatz mit sich bringt.

Je wohler wir uns im Büro fühlen und je mehr Spaß wir an der Arbeit haben, desto stärker leidet das Privatleben. Spätestens aber, wenn die Kollegen den Freundeskreis ersetzen und Arbeitsthemen sogar noch mit in den Feierabend genommen werden, wird es brenzlig. Das Extrem sehen wir in leistungsorientierten Ländern wie Südkorea, wo das abendliche Feiern mit den Kollegen oft zwanghaft zum guten Ton gehört.

Wer nur in seiner Unternehmensblase lebt, hat kaum Input von außen. Das wiederum geht zulasten der Kreativität. Sie können noch so oft rutschen, hüpfen und schaukeln, echte Abwechslung ist das nicht. Doch die braucht es, um neue Ideen zu entwickeln. Studien belegen, dass das fehlende Privatleben sich dauerhaft in mangelnder Motivation niederschlägt. Die Produktivität sinkt.

Und eine weitere Gefahr lauert, wenn Kollegen den Freundeskreis gänzlich ersetzen: Wenn man kündigt, ist mit einem Schlag das ganze soziale Umfeld weg.

Wichtiger als ein Spielplatz ist eine erfüllende Tätigkeit

Passiver Dauer-Spaß ist auf Dauer gar nicht mehr so spaßig, sondern irgendwie langweilig. Wir können das schon bei den Kids auf dem Spielplatz beobachten: Einzelne Spielgeräte sind oft nur Mittel zum Zweck. So wird aus einer Schaukel ein Hindernis beim Fangenspielen und aus dem Kletterturm ein Versteck. Einfach nur Schaukeln ist kurz mal schön, verliert aber schnell an Reiz, wenn man nichts anderes tut.

Wichtiger ist immer noch ein Job, der sinnvoll erscheint und uns positiv fordert. Zuerst geht es daher um das eigentliche Ziel, das wir verfolgen. Wenn wir dieses mit spielerischen Mitteln schneller und besser erreichen, spricht nichts gegen ein wenig Bespaßung. Doch: Jede Spielerei sollte eine Funktion haben, die über den Spaßfaktor hinaus geht und uns fordern. Und wie immer gilt: Die Mischung machts.

Bevor Sie sich also spontan eine Rutsche in die Firmenzentrale bestellen, beraten wir Sie gerne, welches die richtigen Tools sind, um Spaß als Produktivitätsfaktor und für die Gesundheit der Mitarbeitenden einzusetzen.

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