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Alte Hasen sind besser als ihr Ruf

1. September 2023

Boomer haben bei jungen Menschen nicht gerade den besten Ruf. Die Generation gilt vielen als Fortschrittsbremse – wenn nicht gar Feindbild. Sie haben den digitalen Wandel verpasst und interessieren sich nicht (mehr) für die Zukunft.

Statt sich fürs Klima auf die Straße zu kleben, sitzen sie die letzten paar Jahre bis zur Rente fest auf gut bezahlten Arbeitspositionen und leisten Dienst nach Vorschrift.

Das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit. Tatsächlich ist aber zu beobachten, dass alte Mitarbeitende in vielen Unternehmen kaum noch Beachtung erfahren. Sie leisten solide Arbeit. Sie sind am Ende der Karriereleiter. Sie wirken zufrieden. Dass Sie kündigen, ist unwahrscheinlich (glauben Sie zumindest).

So gibt es scheinbar keine Gründe, alte Hasen weiterhin einzubeziehen. Doch das ist ein Problem. Mit dem Eintritt der Boomer und einem Teil der Generation X in die Rente verlieren Unternehmen nämlich nicht nur auf einmal viele Arbeitskräfte, sondern vor allem eins: Einen riesigen Erfahrungsschatz.

Generationen in der Übersicht

  • Babyboomer (geb. 1946–1964)
  • Generation X (geb. 1965–1980)
  • Generation Y (geb. 1981–1996) – auch als Millennials bekannt
  • Generation Z (geb. 1997–2012)>
  • Generation Alpha (geb. 2013–2025)

Holen Sie Ihre Alten vom Abstellgleis

Die heute 50 bis 64 Jahre alten Arbeitnehmer stellen aktuell noch etwa 40 Prozent aller Erwerbstätigen. Studien zufolge wird diese Mitarbeitergruppe immer unzufriedener.

Grund dafür ist nicht, dass sie Neuerungen per se ablehnen. Sondern, dass ihre Bedürfnisse häufig ignoriert werden, während die Personal- und Unternehmensführung komplett auf die Bedürfnisse junger Mitarbeiter ausgerichtet wird.

Schließlich gilt es, junge Talente für das Unternehmen zu gewinnen und zu binden. Bei den alten Hasen kann das Ängste schüren: Kann ich noch mithalten? Wird mein Job wegrationalisiert? Würde ich einen neuen Arbeitgeber finden?

Die Alten fühlen sich aufs Abstellgleis gestellt. Doch dort gehören sie nicht hin. Denn sie bringen mit, was junge Menschen sich erst mühsam erarbeiten müssen: Fachwissen, Erfahrung, gute Kundenkontakte, ein professionelles Netzwerk und effektive Arbeitsroutinen, um nur einige zu nennen.

So binden Sie Ihre alten Hasen wieder ein

So wichtig die Fokussierung auf die Bedürfnisse jüngerer Mitarbeiter im War for Talents ist: Wichtig ist auch widerspruchsfrei zu erkennen, dass Veränderung nur funktioniert, wenn auch die alten Hasen überzeugt sind.

Und mit ihrem langjährigen Erfahrungsschatz können sie einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Change-Prozesse auf solide Beine zu stellen und einen Wandel herbeizuführen, der effektiv ist, aber nicht übers Knie gebrochen.

Angst vor Veränderung kennen alle

So unterschiedlich sind junge und alte Arbeitnehmer nicht. Die Angst vor Veränderung kennen auch die Jungen. Und der Wunsch nach Veränderung ist den Alten nicht fremd. Sie sind in den verschiedenen Altersgruppen lediglich verschieden stark ausgeprägt.

Alte Mitarbeitende interessieren sich nicht für den digitalen Wandel und seine Einflüsse auf die Arbeitswelt? Doch, tun sie. Vielleicht beschäftigen sie sich damit sogar mehr als die Jungen, für die er ganz normal ist.

Also: Bringen Sie Ihre Jungen und die Alten wieder ins Gespräch! Schaffen Sie Tandems, die an bestimmten Projekten arbeiten oder Verantwortung gemeinsam übernehmen. Auf diese Weise können Sie z.B. Azubis und erfahrene Kollegen zusammenbringen. Oder ermöglichen Sie einen institutionalisierten Erfahrungsaustausch, etwa in Form von internen Coaching- oder Mentorenprogrammen, in denen motivierte ältere Kollegen die Rolle der Coaches übernehmen.

Geben Sie einen Entwicklungsrahmen vor, der allen Mitarbeitern gleichermaßen Perspektiven aufzeigt und Orientierung gibt. Und nehmen Sie die Ängste und Kritikpunkte aller Mitarbeitenden ernst.

Jung profitiert von Alt – auch auf Unternehmensebene

Die Jungen können nicht nur firmenintern von den Alten und ihrem Erfahrungsschatz profitieren. Auch auf Unternehmensebene lohnt die Zusammenarbeit. Start-ups profitieren z.B. von Marktzugang und Kontakten, unternehmerischem Knowhow, oder dem Kapital etablierter Unternehmen.

Letztere erhalten im Gegenzug Unterstützung bei und Inspiration zu Transformationsprozessen, innovativen Technologien, agilem Arbeiten, neuen Kommunikationswegen oder Digitalisierung.

Wie das aussehen kann? Wir denken an Perspektivwechsel-Coachings oder Hospitationen, gemeinsame Projekte, oder ganz klassisch: Investition gegen Firmenanteile.

Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Ihren alten Hasen und den jungen Wilden? Gibt es Luft nach oben? Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie mehr tun könnten, um die verschiedenen Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn mit Kommunikation am Arbeitsplatz kennen wir uns aus.

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