Heute keine Lust auf die Kollegen? Nicht so schlimm. Morgen auch nicht? Naja, jeder arbeitet mal lieber alleine. Wenn Sie aber Tag für Tag mit dieser Einstellung im Büro erscheinen, ist das schon problematisch. Ohne Teamarbeit läuft heute schließlich nichts. Teamfähigkeit steht deshalb in Stellenausschreibungen oft ganz oben auf der Liste der geforderten Soft-Skills.
Aber was genau ist Teamfähigkeit eigentlich? Und kann man das lernen? Spoiler: Ja. Und wir zeigen Ihnen, wie. Außerdem erklären wir, warum Teamfähigkeit tatsächlich keine reine „Fähigkeit“ ist.
Haben Sie sich von unserer Einleitung ein wenig angesprochen gefühlt? Sind Sie vielleicht der Meinung, dass Sie viel besser alleinverantwortlich arbeiten als mit anderen? Dann bringen Sie schon mal eine grundlegende Kompetenz für erfolgreiche Teamarbeit mit.
Menschen mit hoher Intelligenz, guten kommunikativen Fähigkeiten und einem hohen Maß an Selbstständigkeit sind nämlich erwiesenermaßen besonders teamfähig.
Und natürlich helfen gewisse persönliche Eigenschaften der Teamfähigkeit. Hier sind insbesondere Kompromissbereitschaft, Flexibilität, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit gefragt. Als am teamfähigsten erweisen sich zudem Menschen, die weder Angst vor der großen Bühne haben noch ständig im Mittelpunkt stehen wollen.
Die Teamfähigkeit ist aber nicht nur abhängig von Kompetenzen und persönlichen Eigenschaften, sondern auch vom Team. Sie können sich das wie eine Konstruktion aus vielen Zahnrädern vorstellen. Die müssen an allen Stellen ineinandergreifen – und zwar möglichst reibungslos. In der Industrie spricht man dann von Passung.
Auch die Wirtschaftspsychologie nutzt diesen Ansatz, um zu beschreiben, wie gut etwa ein Bewerber zum Unternehmen passt (Stichwort Cultural Fit) oder eben, wie gut er oder sie sich voraussichtlich in ein Team integrieren wird. Je nachdem wie gut Sie zu den anderen Teammitgliedern passen, kann es sein, dass Sie in einem Team hervorragende Arbeit leisten und in einem anderen gar nicht ankommen.
Teamfähigkeit besteht also grundsätzlich aus drei Säulen: Kompetenzen, persönlichen Eigenschaften und Passung.
Wenn sie gestärkt werden soll, werden meist zuerst die Kompetenzen geschult. Das ist naheliegend, denn hier lässt sich am leichtesten ansetzen. Zentrale Fähigkeiten wie wertschätzende Kommunikation, Konfliktlösung oder Motivation lassen sich in Workshops ebenso schulen wie wichtige Fachkompetenzen.
Doch auch persönliche, Teamfähigkeit fördernde Eigenschaften können trainiert werden. Verträglichkeit ist schließlich ein grundlegendes menschliches Bedürfnis. Weil das so ist, werden wir zum Beispiel kompromissbereiter und flexibler, je öfter wir mit anderen im Team zusammenarbeiten. Häufige Teamarbeit fördert also Teamfähigkeit.
Am besten funktioniert das, Sie ahnen es, wenn ein Team gut zusammengestellt ist. Schließlich ist es leichter, auf andere einzugehen, wenn man sich grundsätzlich sympathisch ist. Das bedeutet viel Arbeit im Vorfeld – und eine Garantie gibt es nicht einmal, wenn ein Team aus zwei guten Freunden besteht.
Was aber tun, wenn Sie im Nachhinein feststellen, dass ein Team doch nicht so gut zusammenarbeitet wie angenommen? Bis zu einem gewissen Grad können Teamspiele oder Teambuilding helfen, zwischenmenschliche Probleme zu beheben und den Zusammenhalt und/oder die Kommunikation zu stärken. Doch auch das Setting ist entscheidend für gute Zusammenarbeit im Team. Ein Raumkonzept, das die Teamarbeit fördert, wirkt sich auch positiv auf die Teamfähigkeit aus.
Fördernd für die Teamfähigkeit sind außerdem eine Begleitung oder Moderation durch einen Coach sowie klare Kommunikations- und Verhaltensregeln. Und regelmäßige Feedback-Runden, in denen die Teammitglieder sich nicht mit ihrer Aufgabe, sondern mit ihrem (Kommunikations)-Verhalten auseinandersetzen, helfen Passungs-Probleme frühzeitig zu erkennen.
Wenn Sie also hin und wieder keine Lust auf Ihre Kollegen haben, lässt das noch lange keinen Rückschluss auf Ihre Teamfähigkeit zu. Grundlegend teamfähig sind wir nämlich alle. Wichtig: Sprechen Sie Ihre Probleme offen im Team an. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind Sie nicht alleine mit Ihrer Einschätzung. Und Sie wissen ja: Gute Kommunikation ist eine der wichtigsten Eigenschaften teamfähiger Menschen.
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