In der Mittagspause sitzen sie alle zusammen, unterhalten sich, lachen gemeinsam. Alle, bis auf zwei. Eine sitzt dabei, weiß aber nicht wie sie sich am Gespräch beteiligen soll. Ein anderer isst lieber gleich allein.
Die Gespräche sind eingespielt, die Gruppen geschlossen – und was sich anhört wie die Lunch-Szene aus einem High-School-Drama, ist auch unter Erwachsenen Realität. Da sucht die Kollegin aus dem Außendienst verzweifelt Gesprächsthemen, und der Produktionsleiter vermeidet den Kontakt, weil dort, wo er dazukommt, aus Lachen gezwungener Smalltalk wird.
Einsamkeit ist längst kein individuelles Problem mehr, sondern ein gesellschaftliches. Und sie wird zunehmend zu einer strukturellen Herausforderung der modernen Arbeitswelt.
Aber: Ist nicht alles in Ordnung, solange alle ihre Arbeit erledigen?
Kurz gesagt: Nein.
Einsamkeit wirkt sich massiv auf die Mitarbeitergesundheit und den Unternehmenserfolg aus. Sie hemmt die Kreativität, behindert Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit – und erhöht gleichzeitig das Risiko für Burnout und Fluktuation.
Und sie ist ein anerkannter gesundheitlicher Risikofaktor, den etwa das US-Gesundheitsministerium in einem Bericht aus dem Jahr 2023 auf eine Stufe mit starkem Rauchen setzt.
Jeder fünfte Arbeitnehmer weltweit fühlt sich einer aktuellen Gallup-Studie zufolge am Arbeitsplatz einsam. Remote-Arbeitende sind mit rund 25 Prozent besonders von Einsamkeit betroffen, aber auch im Büro berichten etwa 16 Prozent der Beschäftigten von Isolation. Besonders alarmierend: Rund 50 Prozent der Führungskräfte geben an, sich häufig einsam zu fühlen.
Einsamkeit entsteht nicht durch zu wenige Kontakte, sondern durch zu wenig echte Verbindung. Man kann sich auch in einer Menschenmenge allein fühlen. Einfach alle zurück ins Büro zu holen, ist deshalb zu kurz gedacht.
Zugehörigkeit entsteht nicht zufällig. Sie ist gestaltbar. Und sie beginnt dort, wo Arbeit Menschen in den Fokus stellt.
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