Lange galt eine steile Karriere Arbeitnehmenden als das ultimative Ziel: Auf der Karriereleiter sollte es Schritt für Schritt nach oben gehen, schnell, ohne Umwege und wenn möglich bis an die Spitze. Dort warteten die ersehnten Insignien der Macht: Boni, Status und Geld.
Jahrelang ohne Beförderung auf der gleichen Position arbeiten? Eine angebotene Führungsrolle ablehnen? Elternzeit nehmen? In Teilzeit arbeiten? Undenkbar für alle, die nach oben wollten.
Heute allerdings sehen Wunschkarrieren für viele ganz anders aus – weniger linear, dafür vielseitiger und individueller. Wir zeigen euch, wie sich das Verständnis von Karriere verändert hat und welche Schlüsse ihr daraus ziehen solltet.
Viele Mitarbeitende sind nicht mehr am schnellen, vertikalen Aufstieg um jeden Preis interessiert. Das liegt nicht nur daran, dass insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen ihre Hierarchien mehr und mehr auflösen und schlichtweg weniger Führungspositionen zu besetzen haben.
Vielmehr hat sich das Verständnis von Erfolg in den vergangenen 20 Jahren radikal verändert. Den meisten sind Flexibilität, Sinn und Gestaltungsfreiheit längst wichtiger als Titel, Dienstwagen und Co.
Statt eines starren Aufstiegs möchten Mitarbeitende inhaltlich wachsen, Verantwortung innerhalb eines Teams oder projektbasiert übernehmen, zwischen Rollen wechseln oder auch mal kürzertreten. Sie suchen Herausforderungen, aber nicht zwingend Führungsverantwortung.
Karrierepfade oder Karrieregitter kommen diesen Wünschen viel besser entgegen. Sie definieren flexiblere und an individuellen Kompetenzen orientierte Berufswege. Dabei ermöglichen sie nicht nur den einen Weg nach oben, sondern eine Vielzahl an möglichen Pfaden, sowohl nach oben als auch zur Seite, diagonal oder auch mal einen Schritt zurück – ganz wie ein großes Kletternetz, je nach Stärken, Interessen und Lebensphase.
Fachkarrieren, Projektverantwortung, Jobrotation oder temporäre Rollenwechsel – all das kann Teil eines dynamischen Karrierewegs sein.
Wenn klassische Hierarchien in den Hintergrund treten, verändern sich auch die Anforderungen an Führungskräfte radikal. Sie werden von Entscheidern zu Mentoren, sind u. a. gefordert, das Potenzial ihrer Teammitglieder zu erkennen und gemeinsam mit ihnen individuelle Wege zu gestalten.
In einem Umfeld, das sich ständig verändert, wird eins zur Daueraufgabe: das Lernen. Wer Karriere machen will, wird nicht mehr nur befördert, sondern muss den eigenen Weg aktiv gestalten – durch Weiterbildung und den stetigen Willen, dazu zu lernen. Unternehmen, die das ermöglichen, erarbeiten sich langfristig einen Vorteil im Kampf um Talente.
Für kleinere und mittelständische Unternehmen liegt genau deshalb eine große Chance in neuen Karriereoptionen: Wer Flexibilität und Mitbestimmung bietet, lockt nicht nur neue Mitarbeitende ins eigene Unternehmen, sondern kann sie auch langfristig binden – auch ohne die Aussicht aufs Erklimmen einer Karriereleiter.
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