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Besser gemeinsam: Schimpansen arbeiten im Team

1. November 2022

Nehmen wir mal an, wir würden Ihnen eine Kiste mit Trauben vor die Nase stellen. Weil wir uns einen Scherz erlauben wollen, verschließen wir diese Kiste aber und geben Ihnen zwei Werkzeuge, mit denen Sie sie öffnen können.

Der Haken: Beide Werkzeuge müssen zeitgleich an verschiedenen Stellen eingesetzt werden, und um das zu schaffen, bräuchten Sie schon mindestens einen dritten Arm. Was tun Sie?

Vermutlich würden Sie sich also Hilfe von einer zweiten Person suchen (und die Trauben dann vielleicht sogar mit dieser teilen). So machen Menschen das normalerweise.

Denn wir wissen: Wenn wir zusammenarbeiten, sind wir erfolgreicher. Doch Teamwork macht nicht nur produktiver, sondern kann uns sogar Ängste nehmen. Es ist eine unserer wichtigsten Errungenschaften.

Schimpansen entscheiden sich bewusst für Teamwork

Tatsächlich ist Teamwork keine rein menschliche Errungenschaft. Zahlreiche Tierarten arbeiten instinktiv zusammen. Schimpansen tun es sogar bewusst. Das haben Forscher der britischen Universität Warwick herausgefunden.

Und zwar, indem sie die Tiere zu zweit vor eine Kiste mit Trauben setzten. Einer der Menschenaffen bekam eine Harke und einen Stock. Entschied er sich, eines der Werkzeuge weiterzugeben, konnte einer der Schimpansen mit der Harke die Trauben auf eine Platte befördern, während der andere mit dem Stock eben diese Platte anheben und so an die Trauben gelangen konnte.

Bei dem Experiment hatten die Affen jederzeit ausreichend Nahrung und Wasser und hätten von sich aus abbrechen können. Zehn von zwölf entschieden sich aber dafür, mit ihrem Artgenossen zusammenzuarbeiten.

Hatten die Affen positive Erfahrungen mit dem Teamwork gemacht, wählten sie in späteren Experimenten zu nahezu 100 Prozent erneut die Teamarbeit.

Das Team hat auch emotionale Bedeutung

Teamwork unterstützt nicht nur dabei, schneller zum Ziel zu kommen. Es macht auch Mut und hilft, schwierige Situationen zu meistern. Das belegt ein anderes Experiment mit Affen, das der Neurobiologe Gerald Hüther in seinem Buch „Biologie der Angst“ beschreibt.

Forscher ließen für dieses Experiment Affen in einen Käfig sperren und einen bellenden und knurrenden Hund um den Käfig herumlaufen. Waren die Affen alleine im Käfig, zeigten sie deutliche Symptome von Angst und Stress. Waren sie zu zweit, blieben sie ruhig. Das Team hatte für die Affen emotionale Bedeutung.

Teamwork braucht Anreize – und die richtige Umgebung

Mit einer Kiste Trauben könnten wir Sie wahrscheinlich nicht wirklich zur Zusammenarbeit mit anderen animieren. Aber dass das Teamwork auch für uns Menschen einen hohen praktischen und emotionalen Nutzen hat, würden Sie wohl kaum bestreiten.

Tatsächlich wird es für uns sogar immer wichtiger. Das zeigt sich ganz besonders im Arbeitsalltag, wo Routinetätigkeiten mehr und mehr von Algorithmen übernommen werden und wir uns dafür auf immer häufiger wechselnde Aufgaben einstellen müssen.

Da hat die Arbeit im Team einen ganz großen emotionalen Nutzen: Sie gibt Halt in stressigen Situationen. Und einen immens großen praktischen dazu: Wenn wir nicht alleine arbeiten (müssen), haben wir bessere Ideen und kreativere Lösungsansätze.

Am besten funktioniert die Zusammenarbeit übrigens, wenn nicht nur das Team gut zusammengestellt und eingespielt ist, sondern auch die Umgebung stimmt. Ein gutes Beispiel für eine Teamwork fördernde Arbeitsumgebung ist das Team-Office-Prinzip. Dieses macht eine Organisation attraktiv für neue Mitarbeiter und reduziert Kündigungsgedanken bei der Belegschaft.

Welche Vorteile ein Team Office Ihrem Unternehmen noch so bringt und wie es aussehen kann, erarbeiten wir gerne gemeinsam mit Ihnen. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

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