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Abschalten hilft

7. Juli 2022

Einfach mal abzuschalten fällt uns wohl allen ziemlich schwer. Das Smartphone ist unser treuester Begleiter – im Alltag genau wie im Urlaub. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit oder im Bett, wir haben es immer dabei.

Es vereinfacht das Leben ungemein, schließlich kann man damit irgendwie alles machen: kommunizieren, navigieren, Eier kochen, einkaufen, fotografieren – die Liste ist lang. Und selbst wenn wir wollten, könnten wir es beispielsweise für einen Urlaub gar nicht einfach so zu Hause lassen. Schließlich sind auf dem Gerät auch Flugtickets und ggf. Corona-Impfnachweise gespeichert.

Das Smartphone ermöglicht es sogar, vom Sofa aus auf eine dienstliche Mail zu reagieren. So müssen wir nicht im Büro bleiben, bis die eintrudelt. Wir können auf dem Weg zur Arbeit relevante Newsfeeds checken. Freunde, Kollegen und Vorgesetzte können uns jederzeit erreichen. Im Klartext: Das Smartphone ist mit verantwortlich, wenn unsere angestrebte Work-Life-Balance zum Work-Life-Blending wird.

Das ist gefährlich. Denn ständige Erreichbarkeit schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Kreativität und letztendlich der Karriere. Wir zeigen Ihnen deshalb heute, warum wir alle viel öfter abschalten sollten – und wie das gelingt.

Raus aus der Reizüberflutung

Wann nehmen Sie Ihr Handy in die Hand? Viele tun es in zwei Situationen: Wenn sie Gefahr laufen, sich zu langweilen. Oder aber, wenn gerade besonders viel zu tun ist – zum vermeintlichen Abschalten. Tatsächlich bewirkt der Griff zum Handy das Gegenteil.

Er versetzt uns sozusagen in dauerhafte Alarmbereitschaft. Und genau das bereitet Medizinern Sorge. Denn wer immer unter Strom steht, ist anfälliger für stressbedingte Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Burn-Out.

Doch auch der Karriere schadet die ständige Erreichbarkeit mehr als sie nutzt. Wer häufig das Smartphone checkt, verliert die Fähigkeit zur längeren Konzentration auf eine Sache. Und wenn das Gehirn dank digitaler Reizüberflutung permanent arbeiten muss, leiden Produktivität und Kreativität. Erinnern wir uns kurz: Kreativität entsteht, wenn das Gehirn sich in einer Art Leerlauf befindet – also dann, wenn wir an nichts Konkretes denken und uns womöglich sogar langweilen.

Also zum Beispiel während wir spazieren gehen, unter der Dusche stehen oder die Spülmaschine ausräumen. Oder wenn wir gerade wach geworden sind und noch kurz im Bett liegen bleiben können. Vorausgesetzt, wir erlauben das in diesen Situationen.

Wir müssen nicht immer erreichbar sein

Wie aber kommen wir raus aus der Reizüberflutung, wenn es ohne Smartphone auch nicht geht?

Bestimmt kennen Sie das Gefühl, erreichbar sein zu müssen – für Freunde und Familie, aber auch und insbesondere für Kollegen und Vorgesetzte. Es lässt uns auch nach Feierabend oder sogar im Urlaub „mal eben schnell“ dienstliche Mails checken, selbst wenn das niemand von uns verlangt.

Die gute Nachricht ist, dass das tatsächlich kein Arbeitgeber verlangen darf. Und die schlechte: Wir sind selbst dafür verantwortlich, Grenzen zu setzen.

So setzen Sie Ihrer Smartphone-Nutzung Grenzen

Damit Ihnen das in Zukunft leichter fällt, haben wir ein paar Tipps, mit denen Sie Ihr Smartphone (wieder) gezielter einsetzen lernen.

  • Ihnen ist langweilig? Malen Sie doch mal was, anstatt auf dem Smartphone zu scrollen. Oder wenden Sie eine andere Kreativtechnik an. Es geht dabei nicht darum, ein besonders originelles Kunstwerk zu schaffen, sondern lediglich um die Beschäftigung mit den Händen und die Aktivierung bestimmter Gehirnregionen.
  • Sie fühlen sich gestresst von zu viel Arbeit und sehnen sich danach, einfach nur durch eine Timeline zu scrollen? Gerade jetzt sollten Sie davon die Finger lassen. Eine kurze Pause ist dennoch eine gute Idee. Am besten kombiniert mit Bewegung an der frischen Luft.
  • Schalten Sie jegliche Push-Benachrichtigungen aus und schalten Sie das Handy auf lautlos, wenn Sie Feierabend haben oder mit anderen unterwegs sind.
  • Deaktivieren Sie mobile Daten, wenn Sie unterwegs sind, Ihr Handy aber beispielsweise nutzen möchten um Fotos zu machen.
  • Nutzen Sie Ihr Privathandy nicht dienstlich. Bitten Sie Ihren Arbeitgeber stattdessen darum, Ihnen ein Diensthandy mit eigener Nummer zur Verfügung zu stellen. Das schalten Sie nach Dienstende aus und erst am nächsten Tag im Büro wieder ein. Vergessen Sie nicht, auf Ihrer Mailbox darauf hinzuweisen, dass Sie nicht erreichbar sind. In ganz dringenden Fällen könnten Ihre Kollegen Sie immer noch über das private Handy erreichen.
  • Sollte Ihnen kein Diensthandy zustehen, nutzen Sie nicht das private Handy, um gelegentlich Arbeitsmails zu checken. Machen Sie das über den Laptop, auch wenn es zunächst aufwändiger erscheint. Es sorgt dafür, dass das „noch mal schnell Mails checken auf dem Sofa“ nicht zur Gewohnheit wird und Sie nur gezielt schauen, wenn Sie auf eine wichtige Mail warten.
  • Legen Sie Zeiten fest, zu denen Sie Mails checken, insbesondere außerhalb der Arbeitszeit.
  • Richten Sie Verbotszonen für das Handy ein: Esstisch und Nachttisch sind tabu. Auch Verbotszeiten können helfen.
  • Schalten Sie in den Schwarz-Weiß-Modus. So wird der Griff zum Smartphone für die Augen langweiliger und Sie erliegen der Verlockung seltener. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Essen wäre immer nur grau. Dann hätten Sie wohl auch weniger Appetit.

Das Diensthandy gehört nicht ins Reisegepäck

Vielleicht verabschieden auch Sie sich in diesen Wochen für ein paar Tage in den Sommerurlaub. Ganz ohne Smartphone müssen Sie nicht fliegen – aber zumindest das Diensthandy gehört definitiv nicht ins Reisegepäck.

Übrigens: Eine stimulierende Umgebung kann es schlechten Gewohnheiten systematisch schwer machen. Da ist ein Urlaub doch die perfekte Gelegenheit, die eigene Smartphone-Nutzung mal zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Wir wünschen viel Spaß beim Abschalten!

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