Im Obstkorb locken verführerisch glänzende Äpfel, der Yogakurs am Nachmittag ist gut besucht, seit er als Arbeitszeit gilt, und das Interesse an eurem ersten unternehmensweiten Gesundheitstag war höher als erwartet – doch eure Krankenstände sind auch ein paar Monate später noch hoch wie eh und je?
Wenn es um das Thema Gesundheitsprävention geht, sind erste Maßnahmen schnell umgesetzt. Doch nachhaltig ist vieles davon nicht. Ein paar Vitamine hier und ein punktuelles Entspannungsangebot dort lösen keine grundsätzlichen Probleme. Gesundheitsmanagement braucht mehr als Symptombekämpfung. Wir zeigen euch die Stellschrauben, die einen echten Unterschied machen.
Wie viele Ausfälle ein Unternehmen kompensieren muss, hat weniger mit der Belastbarkeit der Mitarbeitenden zu tun, als vielmehr mit effektiver Prävention. Damit lassen sich – abhängig von der Ausgangslage – eine Menge Fehltage einsparen.
Aber: Ein Obstkorb wirkt bestenfalls motivierend, adressiert jedoch nicht die tieferliegenden Gründe für Fehlzeiten. Ein wöchentlicher Yogakurs kompensiert noch keinen dauerhaften Arbeitsdruck. Und Vorträge oder Angebote zu gesunder Ernährung erreichen meist nur die Mitarbeitenden, die ohnehin gesundheitsbewusst leben.
Was ihr braucht, sind Maßnahmen auf Basis echter Bedürfnisse: Stress ist noch immer Hauptauslöser für zahlreiche Krankheiten – von Rückenschmerzen bis hin zu Depressionen. Ihn zu reduzieren, ist daher auch eine der effektivsten Maßnahmen überhaupt.
• Sinn: Wer Arbeit als sinnvoll oder gar sinnstiftend erlebt, identifiziert sich eher mit seinen Aufgaben, ist motivierter und meistert stressige Situationen gelassener.
• Sicherheit: Wer Fehler machen darf, Überlastung zu- und Aufgaben ohne Rechtfertigungsdruck oder Angst vor Konsequenzen abgeben kann, ist resistenter gegen Stress. Arbeitgeber profitieren in mehrfacher Hinsicht: Eine enge Bindung zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen reduziert die Personalfluktuation.
• Vertrauen: Professionelles Vertrauen und Unterstützung im Team sorgen für Stressausgleich und sind Kreativitäts- und Energiebooster. Über Hierarchieebenen hinweg löst ein Vertrauensvorschuss Ängste und inneren Stress.
• Flexibilität in der Gestaltung von Arbeitszeiten und der Wahl des Arbeitsortes reduziert Stressfaktoren, die etwa durch Reibungspunkte zwischen Erwerbs- und Privatleben entstehen.
• Klare Regeln: Klare Kommunikationsregeln schützen Mitarbeitende vor Informationsflut und organisationalen Stressmustern und ermöglichen einen Rahmen, in dem fokussiertes Arbeiten möglich ist.
• Pausen: Pausen sind gesetzlich vorgeschrieben und Arbeitgeber sollten darauf pochen, dass ihre Mitarbeitenden sie nehmen. Besser noch: Zu regelmäßigen kurzen Pausen auffordern, wenn möglich diese als Arbeitszeit werten.
• Arbeitsplatzgestaltung: Dabei geht es nicht nur um höhenverstellbare Schreibtische und Co., sondern z. B. auch um ausreichend Rückzugsräume zur Einzel- oder Stillarbeit, zur konzentrierten Teamarbeit oder zum kreativen Austausch.
Das eingangs beschriebene, klassische Gesundheitsmanagement mit einem Sport- und Bewegungsangebot, ausgewogener Ernährung, ärztlichen Check-ups, Beratungen oder einem Impfangebot rundet diese Maßnahmen nur ab.
Prävention muss sich immer an die individuellen Bedürfnisse von Unternehmen und ihrer Belegschaft anpassen. Insbesondere als sehr sinnstiftend empfundene Berufe, etwa in Medizin und Pflege sind beispielsweise häufig von sehr stressigen Arbeitsbedingungen und einer enorm hohen emotionalen Belastung geprägt. Hier hilft Sinn alleine nicht. Stattdessen müssen Schichten gut geplant werden und Entlastung sollte körperlich und mental angeboten werden – etwa durch guten Austausch und situationsbedingten Coachings.
Gesundheitsprävention ist so individuell wie die Bedürfnisse eurer Belegschaft. Auch die Ursachen für Stress unterscheiden sich – manchmal sogar von Team zu Team. Deshalb funktionieren manche Maßnahmen bei einigen Unternehmen und sind in anderen wirkungslos.
An erster Stelle steht eine Bestandsaufnahme: Woher kommt die Belastung? Erst dann könnt ihr nach Lösungen suchen. Übrigens: Wir helfen euch gerne dabei. Und das sogar mit staatlichem Zuschuss von bis zu 80% der Kosten. Wollt ihr mehr erfahren? Dann besucht unser kostenfreies Webinar „Betriebliche Fehlzeiten um bis zu 50% senken“ oder sprecht uns gerne direkt und unverbindlich an.
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