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Einfach mal abzu­schal­ten fällt uns wohl allen ziem­lich schwer. Das Smartphone ist unser treu­es­ter Begleiter – im Alltag genau wie im Urlaub. Ob bei der Arbeit, in der Freizeit oder im Bett, wir haben es immer dabei.

Es ver­ein­facht das Leben unge­mein, schließ­lich kann man damit irgend­wie alles machen: kom­mu­ni­zie­ren, navi­gie­ren, Eier kochen, ein­kau­fen, foto­gra­fie­ren – die Liste ist lang. Und selbst wenn wir woll­ten, könn­ten wir es bei­spiels­wei­se für einen Urlaub gar nicht ein­fach so zu Hause las­sen. Schließlich sind auf dem Gerät auch Flugtickets und ggf. Corona-Impfnachweise gespei­chert.

Das Smartphone ermög­licht es sogar, vom Sofa aus auf eine dienst­li­che Mail zu reagie­ren. So müs­sen wir nicht im Büro blei­ben, bis die ein­tru­delt. Wir kön­nen auf dem Weg zur Arbeit rele­van­te Newsfeeds che­cken. Freunde, Kollegen und Vorgesetzte kön­nen uns jeder­zeit errei­chen. Im Klartext: Das Smartphone ist mit ver­ant­wort­lich, wenn unse­re ange­streb­te Work-Life-Balance zum Work-Life-Blending wird.

Das ist gefähr­lich. Denn stän­di­ge Erreichbarkeit scha­det nicht nur der Gesundheit, son­dern auch der Kreativität und letzt­end­lich der Karriere. Wir zei­gen Ihnen des­halb heu­te, war­um wir alle viel öfter abschal­ten soll­ten – und wie das gelingt.

Raus aus der Reizüberflutung

Wann neh­men Sie Ihr Handy in die Hand? Viele tun es in zwei Situationen: Wenn sie Gefahr lau­fen, sich zu lang­wei­len. Oder aber, wenn gera­de beson­ders viel zu tun ist – zum ver­meint­li­chen Abschalten. Tatsächlich bewirkt der Griff zum Handy das Gegenteil.

Er ver­setzt uns sozu­sa­gen in dau­er­haf­te Alarmbereitschaft. Und genau das berei­tet Medizinern Sorge. Denn wer immer unter Strom steht, ist anfäl­li­ger für stress­be­ding­te Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Burn-Out.

Doch auch der Karriere scha­det die stän­di­ge Erreichbarkeit mehr als sie nutzt. Wer häu­fig das Smartphone checkt, ver­liert die Fähigkeit zur län­ge­ren Konzentration auf eine Sache. Und wenn das Gehirn dank digi­ta­ler Reizüberflutung per­ma­nent arbei­ten muss, lei­den Produktivität und Kreativität. Erinnern wir uns kurz: Kreativität ent­steht, wenn das Gehirn sich in einer Art Leerlauf befin­det – also dann, wenn wir an nichts Konkretes den­ken und uns womög­lich sogar lang­wei­len.

Also zum Beispiel wäh­rend wir spa­zie­ren gehen, unter der Dusche ste­hen oder die Spülmaschine aus­räu­men. Oder wenn wir gera­de wach gewor­den sind und noch kurz im Bett lie­gen blei­ben kön­nen. Vorausgesetzt, wir erlau­ben das in die­sen Situationen.

Wir müssen nicht immer erreichbar sein

Wie aber kom­men wir raus aus der Reizüberflutung, wenn es ohne Smartphone auch nicht geht?

Bestimmt ken­nen Sie das Gefühl, erreich­bar sein zu müs­sen – für Freunde und Familie, aber auch und ins­be­son­de­re für Kollegen und Vorgesetzte. Es lässt uns auch nach Feierabend oder sogar im Urlaub „mal eben schnell“ dienst­li­che Mails che­cken, selbst wenn das nie­mand von uns ver­langt.

Die gute Nachricht ist, dass das tat­säch­lich kein Arbeitgeber ver­lan­gen darf. Und die schlech­te: Wir sind selbst dafür ver­ant­wort­lich, Grenzen zu set­zen.

So setzen Sie Ihrer Smartphone-Nutzung Grenzen

Damit Ihnen das in Zukunft leich­ter fällt, haben wir ein paar Tipps, mit denen Sie Ihr Smartphone (wie­der) geziel­ter ein­set­zen ler­nen.

  • Ihnen ist lang­wei­lig? Malen Sie doch mal was, anstatt auf dem Smartphone zu scrol­len. Oder wen­den Sie eine ande­re Kreativtechnik an. Es geht dabei nicht dar­um, ein beson­ders ori­gi­nel­les Kunstwerk zu schaf­fen, son­dern ledig­lich um die Beschäftigung mit den Händen und die Aktivierung bestimm­ter Gehirnregionen.
  • Sie füh­len sich gestresst von zu viel Arbeit und seh­nen sich danach, ein­fach nur durch eine Timeline zu scrol­len? Gerade jetzt soll­ten Sie davon die Finger las­sen. Eine kur­ze Pause ist den­noch eine gute Idee. Am bes­ten kom­bi­niert mit Bewegung an der fri­schen Luft.
  • Schalten Sie jeg­li­che Push-Benachrichtigungen aus und schal­ten Sie das Handy auf laut­los, wenn Sie Feierabend haben oder mit ande­ren unter­wegs sind.
  • Deaktivieren Sie mobi­le Daten, wenn Sie unter­wegs sind, Ihr Handy aber bei­spiels­wei­se nut­zen möch­ten um Fotos zu machen.
  • Nutzen Sie Ihr Privathandy nicht dienst­lich. Bitten Sie Ihren Arbeitgeber statt­des­sen dar­um, Ihnen ein Diensthandy mit eige­ner Nummer zur Verfügung zu stel­len. Das schal­ten Sie nach Dienstende aus und erst am nächs­ten Tag im Büro wie­der ein. Vergessen Sie nicht, auf Ihrer Mailbox dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Sie nicht erreich­bar sind. In ganz drin­gen­den Fällen könn­ten Ihre Kollegen Sie immer noch über das pri­va­te Handy errei­chen.
  • Sollte Ihnen kein Diensthandy zuste­hen, nut­zen Sie nicht das pri­va­te Handy, um gele­gent­lich Arbeitsmails zu che­cken. Machen Sie das über den Laptop, auch wenn es zunächst auf­wän­di­ger erscheint. Es sorgt dafür, dass das „noch mal schnell Mails che­cken auf dem Sofa“ nicht zur Gewohnheit wird und Sie nur gezielt schau­en, wenn Sie auf eine wich­ti­ge Mail war­ten.
  • Legen Sie Zeiten fest, zu denen Sie Mails che­cken, ins­be­son­de­re außer­halb der Arbeitszeit.
  • Richten Sie Verbotszonen für das Handy ein: Esstisch und Nachttisch sind tabu. Auch Verbotszeiten kön­nen hel­fen.
  • Schalten Sie in den Schwarz-Weiß-Modus. So wird der Griff zum Smartphone für die Augen lang­wei­li­ger und Sie erlie­gen der Verlockung sel­te­ner. Stellen Sie sich mal vor, Ihr Essen wäre immer nur grau. Dann hät­ten Sie wohl auch weni­ger Appetit.

Das Diensthandy gehört nicht ins Reisegepäck

Vielleicht ver­ab­schie­den auch Sie sich in die­sen Wochen für ein paar Tage in den Sommerurlaub. Ganz ohne Smartphone müs­sen Sie nicht flie­gen – aber zumin­dest das Diensthandy gehört defi­ni­tiv nicht ins Reisegepäck.

Übrigens: Eine sti­mu­lie­ren­de Umgebung kann es schlech­ten Gewohnheiten sys­te­ma­tisch schwer machen. Da ist ein Urlaub doch die per­fek­te Gelegenheit, die eige­ne Smartphone-Nutzung mal zu über­den­ken und gege­be­nen­falls zu ändern. Wir wün­schen viel Spaß beim Abschalten!

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