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So wird er: Der Arbeitsmarkt der Zukunft

15. Oktober 2019

Wie wird er aussehen, der Arbeitsmarkt der Zukunft? Werden in unseren Büros und Working Spaces Serviceroboter stehen, die für uns Schreibarbeiten erledigen, Meetings vorbereiten und uns täglich mit den wichtigsten Informationen versorgen? Werden wir Menschen ihre Tätigkeiten irgendwann gar nur noch überwachen und selbst nicht mehr aktiv arbeiten müssen?

Wir sind keine Science-Fiction-Autoren. Das überlassen wir lieber den Profis. Aber wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem kleinen Gedankenspiel eines ein wenig verdeutlichen können: Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird völlig anders aussehen als der, den wir heute kennen.

Die Hälfte aller Arbeitnehmer ist betroffen

In ihrem aktuellen Beschäftigungsausblick hat die OECD jüngst Zahlen veröffentlicht, die das erwartete Ausmaß der Veränderung in den kommenden 10 bis 15 Jahren skizziert: 14 Prozent aller Jobs in den OECD-Ländern könnten demnach schon in nächster Zukunft der Automatisierung zum Opfer fallen. Weitere 32 Prozent werden sich radikal ändern, so die Prognose. Insgesamt ist das fast die Hälfte aller Jobs.

Insbesondere Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe sind betroffen. Denn hier sind Menschen am leichtesten zu ersetzen. Und weil es von diesen Arbeitsplätzen in Deutschland sehr viele gibt, sehen die Zahlen hierzulande noch etwas düsterer aus: 18 Prozent aller Jobs sind in Gefahr – also fast jeder fünfte.

Gleichzeitig altert die Bevölkerung in den OECD-Ländern rasch. 2015 waren 28 Prozent aller Menschen im erwerbstätigen Alter 65 Jahre alt oder älter. 2050 werden es 53 Prozent sein.

Und: 50 Prozent aller Erwerbstätigen sind laut Studie für den Wandel nicht ausreichend qualifiziert. Vielen mangelt es schon an grundsätzlichem, wie der Erfahrung im Umgang mit dem Computer.

Weiterbildung muss Teil der Unternehmenskultur werden

Wie können wir also reagieren? Science-Fiction-Autoren würden nun vermutlich einige Szenarien einfallen. OECD-Generalsekretär Angel Gurría schlug bei der Präsentation der Studienergebnisse im Bundesarbeitsministerium eine wenig leinwandtaugliche, aber effektive Strategie vor: Die Förderung von beruflicher Fortbildung durch den Staat.

Doch wie schafft man es, 50 Prozent aller Beschäftigten in kürzester Zeit so fortzubilden, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft behaupten können?

Wenn Sie nicht auf politische Entscheidungen warten wollen, machen Sie Weiterbildung zu einem festen Teil Ihrer Unternehmenskultur. Wie? Da haben wir ein paar Ideen.

  1. Ermöglichen Sie Mitarbeitern regelmäßige Fortbildungen außerhalb des Unternehmens. Auch fachfremde. Denn wer über den Tellerrand sehen kann, findet für Probleme kreativere Lösungen.
  2. Schaffen Sie ein In-House-Learning-Programm, in dem Sie dafür sorgen, dass Mitarbeiter immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Das geht auch in kleinen Häppchen, wie bspw. beim 3×3 der Ideenentwicklung.
  3. Machen Sie es den Mitarbeitern einfacher, Abendschulen und -Universitäten zu besuchen. Zum Beispiel, indem Sie sie in Teilzeit freistellen oder Studiengebühren übernehmen.
  4. Fördern Sie alle Mitarbeiter. Laut OECD-Studie haben gering qualifizierte Arbeitnehmer einen schlechteren Zugang zu Weiterbildung als Hochqualifizierte. Das betrifft gerade diejenigen, deren Jobs von Automatisierungsprozessen am stärksten betroffen sind.
  5. Fördern sie sinnvolle Team-Building-Maßnahmen. Wer sich gut kennt, arbeitet besser zusammen und profitiert von gegenseitigem Wissensaustausch.
  6. Schaffen Sie Möglichkeiten für Ihre Mitarbeiter, sich regelmäßig in ungezwungener Atmosphäre auszutauschen. Das fördert Kommunikation, Teamgeist und Innovation. Die Schaffung eines Creative Space kann ein sehr sinnvoller erster Schritt sein. Moderne Arbeitswelten der nächste.
  7. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder eine Ausbildung erhalten, die Kreativität fördert. Denn Ideen und kreatives Denken werden der Rohstoff der Zukunft sein. Auswendiglernen und „Dienst nach Vorschrift“ sind Eigenschaften, die Kollege Computer erfüllen wird (s. auch Artikel „Schule killt Kreativität„).

Bleiben Sie offen für Neues

Wenn Ihre Organisation alle diese Dinge nicht unterstützt, dann bleibt nur noch eines: Bleiben Sie offen für Neues, schöpfen Sie Ihr kreatives Potenzial aus und nutzen Sie jede Möglichkeit, sich weiterzubilden. Fordern Sie von Ihrem Arbeitgeber dafür ruhig die Freistellung. Nicht nur, aber vor allem dann, wenn Sie denken, dass Sie sowieso zu alt sind, um noch Neues zu lernen.

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